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Kirche und Homosexualität

Aktuelle Diskussionen um Kirche, Theologie und Homosexualität:

Die Gnade Gottes als Diskursobjekt


Jonas Leipziger, Jerusalem/Heidelberg1


(In der Downloadsektion findet sich auch eine pdf-Version dieses Texts)

Die Art und Weise, wie die öffentlichen Debatten der letzten Woche über Homosexualität und Vielfalt von Lebensformen neben der heterosexuellen Norm geführt werden, legen ein deutliches Zeugnis ab, wenn zum Einen immer noch Mut dazu gehören muss, sich als Fußballprofi zu seiner Homosexualität zu ‚bekennen’ – als ob sich jemand zu einer heterosexuellen Identität ‚bekennen’ müsste – und wenn zum Anderen harmlose Leitprinzipien des baden-württembergischen Kultusministeriums zu kontroversen Debatten, Anfeindungen, Petitionen2 und Gegen-Petitionen3 führen. Jene Leitprinzipien haben unter anderem das Ziel, als eigenes Qu[e?]erschnittsthema die Akzeptanz der Vielfalt von Lebensformen und sexueller Vielfalt fächerübergreifend zu verankern. Dazu heißt es zu Beginn dieses Entwurfs:
Das macht es auch erforderlich, die Perspektiven anderer Personen und Kulturen übernehmen zu können, Differenzen zwischen Geschlechtern, sexuellen Identitäten und sexuellen Orientierungen wahrzunehmen und sich für Gleichheit und Gerechtigkeit einsetzen zu können.”4
Wie sehr eine breite gesellschaftliche Akzeptanz homosexueller und weiterer LGBTIQ5-Lebensweisen aber noch entfernt ist und jene zitierten Forderungen nötig sind, zeigt exemplarisch die gemeinsame Reaktion der Bildungs-, Schul- und Hochschulreferenten der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Kirche in Baden-Württemberg. Schon die Unterüberschrift der Pressemitteilung der beiden Kirchen lässt den Inhalt erahnen: „‚Leitprinzipien’ des Bildungsplans stoßen bei den christlichen Kirchen auf Kritik”. Als inhaltlicher Kern der sonst sehr unkonkret erscheinenden Meldung lässt sich Folgendes ausmachen:
Die Kirchen treten ein für in den ‚Leitprinzipen’ genannte Themen wie Prävention vor Gewalt und Diskriminierung, Berufsorientierung, Nachhaltigkeit oder Gesundheit. Zugleich machen sie deutlich, dass ‚Leitprinzipien’ für einen Bildungsplan auf der Grundlage des Menschenbildes zu entwickeln sind, das der Landesverfassung und den Schulgesetzen zugrunde liegt: Jeder Form der Funktionalisierung, Instrumentalisierung, Ideologisierung und Indoktrination gilt es zu wehren. Dies gilt nicht zuletzt im sensiblen Bereich der sexuellen Identität und damit verbundener persönlicher und familiärer Lebensentwürfe […]. Die evangelischen Landeskirchen und die katholische Kirche in Baden-Württemberg treten für Weltoffenheit, Toleranz sowie Respekt vor jedem Menschen und seiner unantastbaren Würde ein.6
Auch bei Menschen, die gegenwärtige Diskurse um Homosexualität, Theologie und Kirche nicht näher verfolgen, vermögen die beiden gerade zitierten Absätze Fragen aufzuwerfen: Das Papier des Kulturministeriums setzt nichts anderes zum Ziel, als die mögliche Vielfalt von Lebensformen und sexuellen Identitäten aufzuzeigen, d.h. gleichzeitig gegen die herrschende heteronormative Norm eine Vielfalt zu lehren. Nicht mehr und nicht weniger. Wo nun die Kirchenleitungen „Funktionalisierung, Instrumentalisierung, Ideologisierung und Indoktrination” sehen, erschließt sich mir nicht. Dieser Vorwurf jedoch und die gleichzeitige Fundamentalkritik an einem Leitprinzip namens ‚Sexuelle Vielfalt’ widerspricht zumindest in meiner Lesart dem gleichzeitig durch die Kirchen expressis verbis geäußerten Eintreten für „Weltoffenheit, Toleranz sowie Respekt vor jedem Menschen und seiner unantastbaren Würde”.

Hinter dieser deutlichen Kritik der Kirchen am Arbeitspapier, die ich als Ablehnung einer Akzeptanz von homosexuellen und LGBTIQ-Lebensformen in Gesellschaft, Politik und Kirche lese, sind weitere Ängste und Diskurse zu sehen. Diese klingen in der knappen Erklärung der Kirchen in der Erinnerung an, „dass ‚Leitprinzipien’ für einen Bildungsplan auf der Grundlage des Menschenbildes zu entwickeln sind, das der Landesverfassung und den Schulgesetzen zugrunde liegt.”7 Wenn die Kirchen gleichzeitig die Forderung nach Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung anderer Lebensformen kritisieren, kann daraus nur gefolgert werden, dass die Kirchen damit an ein christliches Menschenbild reproduzieren, dass nach deren Lesart lediglich die heterosexuelle Verbindung von Mann und Frau als ‚normal’, ‚natürlich’8 und ‚gottgewollt’ ansehen wollen.

Im Folgenden sollen einige Gedanken zum Thema Kirche, Theologie und Homosexualität geäußert werden.



Die Gnade Gottes als Diskursobjekt oder: Die Macht der Aushandlung


Wissen im Allgemeinen und akzeptierte Normen, Praktiken, aber auch philosophische wie theologische Denkrahmen sind Produkte eines Zusammenspiels zwischen handelnden Subjekten und Macht. Gesellschaftliche Prozesse und Diskurse – und dazu gehört Theologie zweifelsohne – sind von Macht und Inklusions- wie Exklusionsmechanismen determiniert. Wissen, Standpunkte und Theologumena sind stetig auszuhandeln in einem Prozess von einerseits der Rückbindung an Tradition und Vergangenheit und andererseits der Genese von Wissen in der Gegenwart. Die Gnade ist gerade in christlicher Theologie ein beliebter und oft verwendeter Begriff, gerade, wenn es die göttliche Gnade ist, die wirkmächtig wird, wenn Menschen sie anderen zukommen lassen – oder aber nicht. Lehre und Verkündigung sind stets umhüllt von einer bestimmten Hermeneutik und Voraussetzungen des Denkens, wollen Gottes Wort interpretieren und sprachfähig machen – oder mit anderen Worten: Sie aktualisieren und rekontextualisieren das, was dann in einem rhetorisch-performativen Akt nicht nur zum Wort, sondern zuweilen auch zum Willen Gottes oder zum Objekt Gottes vieler Eigenschaften wird. So werden auch Liebe und Gnade Gottes zu solchen Diskursobjekten in der Triade von Macht, Wissen und Subjekten, die als leere Sinnträger und Signifikanten erst wieder und immer wieder von Diskursteilnehmer*innen gedeutet und mit Inhalt gefüllt werden. Wie stark subjektiv, hierarchisch und ganze gesellschaftliche Gruppen marginalisierend theologische Diskurse in ihrer Tradition sind, ist keine Neuigkeit – dies gilt es aber meiner Meinung nach erneut ins Bewusstsein zu rücken.

Wie sehr die in Lehre und Verkündigung von Amts- und Entscheidungsträger*innen innerhalb der Kirchen gepredigten Lieblingsbegriffe Gnade und Liebe Gottes aber diskursiv von Voraussetzungen der Machtverhältnisse, Hierarchien und Exklusions- wie Inklusionsmechanismen geprägt sind, wird aktuell deutlich, wenn diese auf das Verhältnis von christlicher Theologie bzw. Kirchen zu Homosexualität bzw. Homosexuellen zu sprechen kommen. Mir wird klar: Viel zu oft werden – nicht nur latent – von den heteronormativen Normen der Gesellschaft abweichende Menschen ausgeschlossen von dem, was allsonntäglich und zu weilen gebetsmühlenartig als Liebe Gottes gepredigt wird, wenn gleichgeschlechtliche Liebe von Menschen diskriminiert, kirchenrechtlich benachteiligt, theologisch als minderwertiger und biblisch als sündig verboten angesehen wird. Das Zusprechen von Gottes Gnade und Liebe erfolgt durch Pfarrer*innen und Kirchenleitende zuweilen performativ in rhetorischen Akten – und selektiv: In der Gegenwart sind es immer noch Menschen und deren Lebensformen, die nicht dem heteronormativ-theologischen Bild herrschender Kirchenpolitik entsprechen.



Dekonstruktivistischer Feminismus


Hatte die so nötige, bahn- und paradigmenbrechende und in ihren Erfolgen nicht zu unterschätzende Verbindung von Feminismus und Theologie im Sinne eines Differenzfeminismus – verkürzt gesprochen – das Ziel der Gleichberechtigung der Frau des Mannes gegenüber, und wurde in dort nötigen Arbeiten, Entwürfen und Theorien das Weibliche in teilweise ontologisch werdender Differenz gegenüber des Mannes betont und hervorgehoben, liegt es dem dekonstruktivistischen Feminismus in der starken Prägung durch Judith Butler daran, Geschlechterrollen, -bilder und -hierarchien gänzlich zu dekonstruieren. Nicht mehr soll „die“ Frau – deren Konstruktion als Illusion einer spezifischen Gruppe es auch zu hinterfragen gilt – „den” Männer nicht mehr nur in aller Konsequenz gleichgestellt werden und Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen hergestellt werden.9 Nein, es gilt, nicht nur darum, sex und gender als biologisches und soziales Geschlecht zu differenzieren, sondern auch die zweigeschlechtliche Konstruktion von Wirklichkeit ebenso zu hinterfragen, wie ob nicht auch dem Körper erst Prozesse sozialer Konstruktion eingeschrieben werden: Wie Macht erst den geschlechtlichen Körper in seiner Materialität formt, wie Körper über und qua Diskurse geformt und gelesen werden, wie Performanzen von Geschlechtlichkeit als doing und undoing gender wirken: Die Identität ist somit nicht geprägt von Essentialsmen, sondern von Performanzen nach dem Motto „Ich handle, also bin ich.“, oder „Ich liebe, also bin ich.


Gender Trouble


Vielleicht ist eines der Kennzeichen der Gegenwart und ihrer Diskurse das butler´sche gender trouble:10 ,Verwirrung‘ ob der Vielfalt und Bandbreite möglicher Lebensweisen zu stiften. Aber, das Ziel ist die Befreiung von starren Geschlechterbildern, die Vision von verschiedensten Möglichkeiten der Geschlechterrollen, die Nicht-Diskriminierung von Menschen, die von der heterosexuellen Norm abweichen: Erst wenn neben Gesellschaft und Politik auch Kirche und Theologie im Mainstream LGBTIQ's in allen Bereichen und mit aller Konsequenz gleichstellen, ist Gerechtigkeit und Gleichheit erreicht. Dieser Prozess und jene Befreiung von starren und diskriminierenden Rollen kann nur in immer wieder zu führenden Aushandlungsprozessen vonstatten gehen. Ich möchte deutlich machen, wie nötig es ist und auch wie befreiend es sein kann, sich von essentialistisch-naturalistischen Voraussetzungen wie Konstruktionen von Weiblichkeit, Männlichkeit und Identität zu lösen. Im Bewusstsein darum, wie unterschiedlich sich Identitäten von Menschen konstituieren können, welche unterschiedlichen Arten von sex, gender und desire sie auch immer haben, wird ein Denksystem damit verlassen, das essentialistisch Männlichkeit und Weiblichkeit in einem starren bipolaren Rahmen definiert und Menschen anderer Formen von sex, gender und desire außerhalb des normativen Rahmens als das Andere nicht nur rhetorisch – und theologisch – marginalisiert, sondern auch diskriminiert: Stattdessen steht eine Vielfalt an LGBTIQ-Geschlechtsidentitäten. Werden Queer Theorie bzw. Queer Theology11 in den Diskurs integriert, geht es dann auch nicht mehr lediglich um Geschlecht und deren Konstruktion, sondern um mehr:
Queer Theory […] zielen […] auf die Denaturalisierung normativer Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit, die Entkoppelung der Kategorien des Geschlechts und der Sexualität, die Destabilisierung des Binarismus von Hetero- und Homosexualität sowie die Anerkennung eines sexuellen Pluralismus […].“12
Mit jeder Ablehnung von bestimmten Identitäten wird nicht nur ein Konzept oder Konstrukt abgelehnt, sondern es steht immer ein Mensch, ein Individuum dahinter, dessen/deren Sein dann abgelehnt oder gar negiert wird. Geschieht diese Ablehnung oder Verurteilung theologisch, wird sie zugleich mit göttlichen Narrativen in Verbindung gebracht und dadurch wird diese Diskriminierung göttlich legitimiert.

Mir ist es grundlegend bedeutend, einerseits aufzuzeigen, wie und von welchen Machtverhältnissen in den jeweiligen Lesarten Texte gelesen und rezipiert wurden und werden. Es gilt diese Lesarten aufzubrechen, deren sich immer und immer wiederholende Genese von Naturalismen aufzuzeigen und einzusehen, dass es unsere moderne Brille ist, die von modernen (!) Konzepten wie Homosexualität und binärer Zweigeschlechtlichkeit sowie überhaupt von Sexualität als Diskurs ausgeht und diese in Texte konstruiert.13 Wie prägend solche Wiederholungen sein können, wie das konstruierte Wissen nicht in diesem Sinne ‚richtiger’, aber fester und fester, legitimer und legitimer erscheinen lassen. Gender erscheint uns dann als kritisches Moment. Wo aber Gender lediglich als Instrument der – wiederum binären – Differenz von der Frau und dem Mann fungiert, fehlt jener kritische Moment des Hinterfragens und Aufbrechens von Geschlechternormen und -stereotypen.



Kirche und Homosexualität: Langer Atem


Auch für die Bereiche von Theologie und Kirche gilt es immer wieder aufzuzeigen, wie gender als Performanz im Akt der Handelns in Wiederholung und Ritualisierung den Anschein von ,Naturalismen‘, ,Essentialismen‘ und theologisch legitimierter Seinsmäßigkeit sowie das Prädikat der Normativität erhält – was sich zugespitzt in jenen Thesen zeigt, die alleinige Ehe von Mann und Frau seien ‚natürlich’ und schöpfungstheologisch von Gott ‚gewollt’. Gegen gesellschaftliche Ängste, Vorurteile, Stereotypen und Homophobien bzw. Transphobien gilt es, einen langen Atem zu bewahren; nicht die Vision von Kirche als Raum von gelebter Vielfalt und Wertschätzung von Menschen jeglicher Prägung aufzugeben; nicht den Kirchen- und Diskurs-Raum evangelikalen und konservativen Kräften zu überlassen. Es gilt, gerade wenn theologisch und biblisch argumentiert wird, deutlich zu machen, überzeugt davon zu sein, dass LGBTIQ’s von Gott geschaffen und geliebt und ihre Lebensformen voll zu akzeptieren sind unter den Leitmotiven von Liebe, gelungener Partner*innenschaft und – wenn ein Kinderwunsch vorhanden ist – geborgener Familie. So lange jedoch von der heterosexuellen Norm abweichende Lebensformen als ‚sündig’ oder ‚widernatürlich’ gebrandmarkt werden, solange sie nicht als gleichwertig angesehen werden, solange ihnen unter Verweis auf ein christliches Menschenbild Adoption, Segnung und kirchliche Heirat verwehrt bleiben, so lange ist Bildung und die aktive Förderung von Akzeptanz dringend nötig in Schulen, aber auch Kirche und Theologie: Vielfalt zu lehren gegen eine einseitig konstruierte Heteronormativität, gegen Einseitigkeiten in der Gegenwart in Schulbüchern, im Unterricht und der Gesellschaft. Wenn genau diese Form von Bildung – gerade von zwei Landeskirchen und zwei katholischen Diözesen – als Indoktrination gebrandmarkt wird, zeigt dies, welch langer Weg noch vor uns liegt, auch und gerade in Kirchen und Theologie. Wo Diskriminierung, Homophobie, Transphobie und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit unter dem Denkmantel eines christlichen Menschenbildes transportiert werden, gilt es, zu widersprechen und aufzuzeigen, dass es auch andere christliche Denkformen, Theologien und Lebensweisen gibt. Gewisse Kirchen mögen eine eigene innere theologisch fundierte Logik haben, in der sich Diskriminierung von LGBTIQ’s und dem eigenen Selbstverständnis von Weltoffenheit und Akzeptanz nicht widersprechen. Das mag sein. Dann teile ich mit ihnen aber nicht das gleiche Verständnis jener Werte. Ich schäme für die Kirchen, dass diese nicht nur nicht zur Anwältin der Akzeptanz einer Vielfalt von Lebensformen werden, sondern ganz im Gegenteil öffentlich eine harmlose Forderung nach Einfühlungsvermögen, Gleichheit und Gerechtigkeit derartig kritisieren. Damit tragen sie dazu bei, dass die Diskriminierung von LGBTIQ's auf Pausenhöfen und Kirchplätzen traurige Realität bleibt.


das is nicht genesis vergiss adam und eva
hier geht’s um eva und ulla und auch um adam und peter
das is nicht religiös oder genetisch bedingt
das sind der sex und die liebe lass uns von vorne beginn’.
Sookee, Pro Homo


Jonas Leipziger
Jerusalem im Januar 2014

Hebräische Universität Jerusalem | Hochschule für Jüdische Studien | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg leipziger@stud.uni-heidelberg.de

1 Jonas Leipziger, B.A., studiert in Heidelberg Ev. Theologie (Pfarramt) und Jüdische Studien (M.A.). Nach einem Auslandsaufenthalt am Dartmouth College (USA) verbringt er das aktuelle Semester an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ist Stipendiat des Begabtenförderungswerkes Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk.

2 Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens” <https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-verantwortung-lernen-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens>.

3 Gegenpetition zu: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens” <https://www.openpetition.de/petition/online/gegenpetition-zu-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens>.

4 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, „Arbeitspapier fu?r die Hand der Bildungsplankommissionen als Grundlage und Orientierung zur Verankerung der Leitprinzipien”, <http://www.kultusportal-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/kultusportal-bw/Bildungsplanreform/Arbeitspapier_Leitprinzipien.pdf>, S. 2.

5 LGBTIQ ist ein Akronym für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex and Questioning”.

6 Pressemitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg vom 10.01.2014, <http://www.elk-wue.de/aktuell/detailansicht-pressemitteilung/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=50809&tx_ttnews%5BbackPid%5D=98&no_cache=1>, unterzeichnet von OKR Werner Baur, Evangelische Landeskirche in Württemberg, OKR Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht, Evangelische Landeskirche in Baden, Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Msgr. Dr. Axel Mehlmann, Domkapitular, Erzdiözese Freiburg.

7 Ebd.

8 Cf. dazu in diesem Blog Niklas Schleicher „Natur – eine Anfrage”, in: <http://nthk.de/blog/ethik-und-politik.html>: „Der Naturbegriff wird zum Scheidungsbegriff zwischen wahr und falsch.”

9 Cf. dazu Elisabeth Schüssler Fiorenza, WeisheitsWege. Eine Einführung in feministische Bibelinterpretation, Stuttgart 2005, S. 155: „Frauen [haben] oft mehr Gemeinsamkeiten mit Männern ihrer Klasse, Rasse, ihres Alters, ihrer eigenen Kultur und Religion […] als mit Frauen anderer Klassen, Rassen, Altersgruppen, Kulturen und Religionen.“

10 Judith Butler, Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity, 1990 (dt. Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt am Main 2003).

11 Vgl. zu Queer Theorie im Allgemeinen z.B. Andreas Kraß (Hg.), Queer denken. Gegen die Ordnung der Sexualität (Queer Studies), edition suhrkamp 2248, Frankfurt 2003; zu Queer Theology im Besonderes Gerard Loughlin (Hg.), Queer Theology: Rethinking the Western Body, Malden, Mass. 2007 sowie für jüdische Diskurse Daniel Boyarin/Daniel Itzkovitz/Ann Pellegrini (Hg.), Queer Theory and the Jewish Question, Between Men Between Women. Lesbian and Gay Studies, New York 2003.

12 Andreas Kraß, „Queer Studies – eine Einführung“, in: Ders. (Hg.), Queer denken. Gegen die Ordnung der Sexualität (Queer Studies), edition suhrkamp 2248, Frankfurt 2003, S. 7-28, hier S. 18.

13 Wolfgang Stegemann, Homosexualität – ein modernes Konzept“, in: Zeitschrift für Neues Testament 1 (1998), S. 61–68, hier S. 67, betont die „Unangemessenheit unseres modernen Konzeptes von Homosexualität in Bezug auf biblische bzw. andere antike Texte” und fordert die Berücksichtigung „deren Einbettung in ein kulturelles und soziales System”. Dazu fragt er pointiert an: „Bedeutet nicht die Übernahme dieses Verbotes zugleich auch die Übernahme seiner systemimmanenten Ablehnungsgründe: also die Überschreitung der (schöpfungsmäßigen bzw. ,natürlichen‘) Grenzen zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit bzw. die damit verbundene Statusdegradierung eines Mannes? Wir müssen uns also mit dem Problem auseinandersetzen, ob sich in der modernen Ablehnung oder Verwerfung von ,Homosexualität‘ (unerkannt) ein antikes Männlichkeits- bzw. Weiblichkeitsideal bewahrt, ein vormodernes, vordemokratischen und unemanzipiertes Bewußtsein von penetrierenden, zeugenden und dominierenden Männern und deren weiblichem Gegenstück.“

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Kommentare

Observateur
Wenn man diesbezüglich kurz nach Frankreich blickt, so muss man sagen: Wir können nur froh sein, dass die Allianzen von christlichen (hier: katholischen) Reaktionären, strikt-traditionellen Muslimen und Neofaschisten, wie sie sich dort um die unheilige Trias Homophobie, Anti-Abtreibung und Antisemitismus formieren, noch nicht zu Stande kommen. Siehe z.B.:

"Théorie du genre" : aux origines de la folle rumeur

Aber die "Argumente" und Vorwürfe z.B. einer angeblichen Indoktrination oder Umerziehung von Schülern durch die "théorie du genre" werden diesseits wie jenseits des Rheins gespielt! Illustre Gesellschaft, in die sich unsere Landeskirchen da einreihen...
29.01.2014 - 20:14 Uhr