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Klassiker und Rezensionen

Theologisches Studium will als (unmittelbare oder literarische) Begegnung und sinnvolles Zusammensein von Schülern mit ihren Lehrern verstanden sein.

(Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie, Gütersloh 21977, 153)

 

Diese Seite ist nicht die Theologische Literaturzeitung. Sie hat nicht zum Ziel, möglichst umfassend über Neuerscheinungen in Theologie und Religionswissenschaft zu informieren. Und sie ist überhaupt nicht das Organ einer theologischen oder kirchlichen Strömung.

Was ist sie dann?

Sie versteht sich als ein Raum. Ein Raum, in dem eine literarische Begegnung von Schülern mit ihren Lehrern erfolgen kann. Dabei ist von Schülerschaft in dem Moment zu sprechen, in dem sich ein Mensch auf die Herausforderung eines theologischen Buches einlässt. Umgekehrt ist von Lehrerschaft in dem Moment zu sprechen, in dem ein theologisches Werk es schafft, einen Menschen in seinen Bann zu ziehen und in ihm das Gefühl zu wecken, dass hier ein sinnvolles Zusammensein von Schüler und Lehrer erfolgt.

Daher wird sich diese Seite auch keinesfalls auf Neuerscheinungen festlegen lassen. Wohl ist es richtig, dass die Aufgabe, "akademische Theologie und kirchliche Existenz in ein konstruktives Verhältnis zu bringen" (Rundbrief 1), die sich die Initiatoren des Netzwerks "Theologie in der Kirche" gestellt haben, auch das beinhaltet: dass das, was die Akademie neu hervorbringt, und was von Relevanz für dieses löbliche Ziel eines Dialoges zwischen Katheder und Kanzel, Lesesaal und Amtszimmer, Seminarraum und Gemeindehaus erscheint, hier vorgestellt werden soll. Fordert ein neues Werk aus dem Bereich der akademischen Theologie die kirchliche Existenz heraus, oder ist ein Aufsatz erschienen, der das angestrebte "konstruktive Verhältnis" schlicht treffend zum Ausdruck bringt, gehört das hierher.

Es gehört aber auch das andere hierher: der theologische Klassiker. Wenn ein Werk aus dem Jahre 1811 der Theologie ins Stammbuch schreibt, dass sie einen unauflöslichen Zusammenhang mit der Kirche hat, tun über 200 Jahre der Relevanz dieser Auffassung keinen Abbruch! Und genauso ist es für die Forderung, dass Kirche etwas mit Theologie zu tun haben muss, irrelevant, ob sie 1707 oder 1982 erhoben wurde. Wer also im Laufe seiner Lektüre eines nicht mehr druckfrischen Buches den Eindruck bekommt, dass es auch hier zu einem sinnvollen Zusammensein kommt, dass in dieser literarischen Begegnung Relevantes für das Miteinander von akademischer Theologie und kirchlicher Existenz zur Sprache kommt, ist mehr als herzlich willkommen, diesen Titel an dieser Stelle zu präsentieren.

"Klassiker und Rezensionen" will also

  • theologische Neuerscheinungen und

  • theologische Klassiker

  • in etwa monatlicher Folge

vorstellen. Der damit eröffnete Raum für die literarische Begegnung von Lehrern und Schülern ist groß und – noch – kahl. Wer also durch die Vorstellung eines theologischen Buches bei der Möblierung dieses Raumes helfen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an den Autor dieser Zeilen zu wenden!

Baden-Baden, im November 2013:   Tobias Jammerthal MA, tobias.jammerthal (at) dunelm.org.uk

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