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Theologische Enzyklopädien vorgestellt – 2: Adolf Schlatter

von Johann von Lehsten „Wie studiert man Theologie?“1 Diese Frage setzt Adolf Schlatter seiner Vorlesung „Einführung in die Theologie“ voraus. Auch heutzutage ist diese Frage für Studenten der Theologie, aber auch für examinierte Theologen von großer Wichtigkeit. Deshalb soll hier besprochen werden, ob auch die 2013 im Calwer Verlag veröffentlichte Vorlesung Adolf Schlatters zu diesem Thema einen Diskussionsbeitrag anbieten kann. Die „Einführung“ wurde von Schlatter insgesamt sechs Mal als Vorlesung gehalten, zuletzt im Jahre 1924.2 Aus der letzten Vorlesung stammt auch die Mitschrift, welche von dem Studenten Erwin Mühlhaupt angefertigt wurde und später als Grundlage für den ... mehr

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Theologische Enzyklopädien vorgestellt –1: Martin Kähler

von Tobias Jammerthal, Baden-Baden I Martin Kähler lehrte fast ein halbes Jahrhundert lang in Halle, zunächst Neues Testament, dann Systematische Theologie. Er studierte unter anderem in Heidelberg bei Richard Rothe, wurde in Tübingen von Johann Tobias Beck stark beeindruckt und verdiente sich seine akademischen Sporen bei Gottfried August Tholuck in Halle. Dies und seine lebenslange Freundschaft mit Hermann Cremer führte Reinhold Seeberg zur Einschätzung, dass in Kählers „weitblickendem Biblizismus… ein Stück der edelsten und besten Traditionen der Vermittlungstheologie in kraftvoller und eigenartiger Weise“ unter uns fortlebe.1 Der Einfluss Kählers, zu dessen Füßen unter anderem Wilhelm Herrmann und Paul Tillich ... mehr

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Rezension von Karl Barth: „Fides quaerens intellectum“

von Niklas Schleicher Vorbemerkungen Vorliegende Rezension beschäftigt sich mit einem genuinen Klassiker der evangelischen Theologie, der es Wert ist, dass man ihm eine Lektüre widmet. „Fides quaerens intellectum“ (FQI) ist als Paperback in der Barth-Gesamtausgabe erhältlich. Grundlage der 1981 erschienen Ausgabe ist die von Barth besorgte zweite Auflage von 1958, die wiederum nur geringfügige Änderungen zu der ersten Auflage von 1931 bietet. Als Herausgeber von FQI zeichnen Eberhard Jüngel und Ingolf U. Dalferth verantwortlich, die eine kurze, rein editorische Einführung und einen überschaubaren, aber hilfreichen editorischen Apparat bieten. Etwas schade ist , dass die beiden Herausgeber inhaltlich keine Einführung geben; ... mehr

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Peter Brown: Augustine of Hippo

von David Burkhart Janssen Aurelius Augustinus von Hippo ist nicht nur einer der bedeutendsten Kirchenväter, sondern auch durch den großen Fundus seiner uns erhaltenen Schriften eine der komplexesten und literarisch am besten fassbaren Gestalten der Antiken Welt. Dieser Person hat Peter Brown, Althistoriker an der Universität Princton und führender Augustin-Kenner der anglophonen Welt, eine umfangreiche Biographie gewidmet, die zuerst 1967 erschien und 2000 mit einem umfangreichen Anhang überarbeitet neu aufgelegt wurde (Peter Brown, Augustine of Hippo: A Biography. A New Edition with an Epilogue [2nd ed.; Berkeley/ Los Angeles: University of California Press 2000]; Peter Brown, ... mehr

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Martin Kähler: Geschichte der protestantischen Dogmatik im 19. Jahrhundert

Wir schreiben mittlerweile das 21. Jahrhundert. Die Bedingungen, unter denen Theologie getrieben wird, haben sich schon gegenüber denen, unter denen im 20. Jahrhundert noch Theologie getrieben werden konnte, erheblich geändert. Und dennoch prägt die Theologie des 20. Jahrhunderts das Bisschen, was von der Theologie des 21. bisher sichtbar ist, entscheidend. Und damit steht auch fest, warum eine Geschichte der protestantischen Dogmatik im 19. Jahrhundert mehr als nur antiquarisches Interesse in uns erwecken kann: die Frontstellungen des 19. Jahrhunderts sind es, die ihren Schatten auf die Theologie des 20. geworfen haben – und damit stehen auch wir im 21. Jahrhundert ... mehr

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Die Jesus Christus Trilogie Edward Schillebeeckx'

von Christiane AlpersDie Trilogie über Jesus Christus des flämischen Theologen Edward Schillebeeckx (1914-2009) zählt zu den Klassikern der römisch-katholischen Theologie des 20. Jahrhunderts. Auf Deutsch erschienen diese Werke als Jesus: die Geschichte von einem Lebenden. Herder, Freiburg 1975, Christus und die Christen: die Geschichte einer neuen Lebenspraxis Herder, Freiburg 1977 und Menschen: die Geschichte von Gott; Herder Freiburg 1990. Die besondere Aufgabe, der sich Schillebeeckx hier stellte, war es, mit den damals neusten Kenntnissen der biblischen Exegese eine systematische Arbeit über die Bedeutung von Jesus Christus zu schreiben. Im ersten Band geht es ihm vor allem darum herauszufinden, wer ... mehr

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Jesus und die Dornenkrone

Rezension von Aslan, Reza: Zealot. The Life and Times of Jesus of Nazareth, Random House, New York 2013. (In deutscher Übersetzung: Aslan, Reza: Zelot. Jesus von Nazareth und seine Zeit, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013). von Helge Bezold   Es war ein – aus heutiger Sicht – zunächst einfacher Gedanke. Nämlich „[...] dasjenige, was die Apostel in ihren eigenen Schriften vorbringen, von dem, was Jesus in seinem Leben würklich selbst ausgesprochen und gelehret hat, gänzlich abzusondern.“ [H. S. Reimarus (1694-1768), Von dem Zwecke Jesu und seiner Jünger, § 3.] Die historische Einsicht der Trennung vom neutestamentlichen „Jesus Christus“ und historischem „Jesus ... mehr

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Rezension Nikolaus von Kues: De docta ignorantia

Eine Rezension von Tobias Graßmann Nikolaus von Kues' De docta ignorantia, 1440 erstmals erschienen, kann sicher ohne Übertreibung als ein Höhepunkt spätmittelalterlicher Theologie und Philosophie gelten. Warum aber – so könnten Theologinnen und Theologen insbesondere reformatorischer Prägung fragen – sollte man auch heute noch dieses Werk lesen? Nikolaus von Kues unternimmt tapfer das von ihm selbst (!) als unmöglich erkannte: Er versucht, Gott konsequent als das Unendliche und Ewige zu denken. Doch das „Unendliche als Unendliches ist deshalb unerkennbar, da es sich aller Vergleichbarkeit entzieht“ (S. 9). Wie soll der menschliche Geist etwa das erfassen, was als das absolut Größte zugleich ... mehr

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Rechtfertigung und Freiheit: 500 Jahre Reformation

I Mit „Reformation und Freiheit: 500 Jahre Reformation 2017“ legt die Evangelische Kirche in Deutschland einen Grundlagentext vor, der von einer ad-hoc-Kommission unter Vorsitz des Berliner Kirchenhistorikers Christoph Markschies vorbereitet und formuliert wurde.i Die Gattung des Grundlagentextes stellt klar, dass es sich nicht um eine Denkschrift oder eine Orientierungshilfe handelt – schade eigentlich, denn das Zeug zu einer solchen hätte der vorgelegte Text durchaus. II Das Herzstück des etwas mehr als 100-seitigen Textes stellt eine Analyse der reformatorischen Exklusivpartikel (solus Christus, sola gratia, solo verbo, sola scriptura, sola fide) sowie des Rechtfertigungsbegriffs als „Schlüssel der Reformation“ (44) dar (44-93). Bei der Behandlung ... mehr

Rezension Albrecht Ritschl: Unterricht in der christlichen Religion

Es gibt Bücher, die nehmen in der eigenen Biographie einen besonderen Platz ein. Für mich ist so ein besonderes Buch Albrecht Ritschls „Unterricht in der christlichen Religion“. Es begegnet in der Rückschau an zwei markanten Punkten meiner theologischen Entwicklung: Erstens war es das erste theologische Buch, das ich selbst für mein Studium gekauft habe, Textgrundlage in meinem ersten systematisch-theologisches Proseminar und damit des ersten von mir besuchten theologischen Seminars überhaupt. Und zweitens bin ich mit meinem Examensschwerpunkt im Fach Dogmatik zu genau diesen Anfängen zurückgekehrt, indem ich mich erneut mit Ritschls Christologie beschäftigt habe. Dass sich Ritschls „Unterricht“ also wie ... mehr

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Newman on faith, reason (and universities)

The Article as pdf-file: Newman on faith, reason (and universities) Author: Luke Steven, Cambridge University, Faculty of Divinity Newman realised that talk of faith, reason, and their relationship had, in his day, become so burdened with popular and strange meanings that the real objects of the discussion were lost from view. The most pervasive and confused tendency, Newman thought, was to drastically intensify our terms into a catchy rhetoric of opposites, where faith means unthinking ‘superstition’ and reason means unforgiving ‘scepticism’,1 a rhetoric that endures today. For Newman this is just about the worst possible model we could have because, while being ... mehr

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Rez. Diarmaid MacCulloch: Reformation

Diarmaid MacCulloch, Reformation. Europe's House Divided. 1490–1700, London 2003 (= Taschenbuchausgabe London 22009) deutsche Ausgabe: Diarmaid MacCulloch, Die Reformation. 1490–1700, aus dem Englischen übersetzt von Helke Voß-Becher, Klaus Binder und Bernd Leineweber, München 2008. Die Vorbereitungen für 2017 zeigen es: Ob EKD-Stellungnahme oder fragendes Gemeindeglied, wir verbinden mit „Reformation“ vor allem Luther. Hammerschläge an der Kirchentür, Mut vor dem Kaiser in Worms, Bibelübersetzung auf der Wartburg … Wie aber verhält sich das zu anderen Ländern Europas? Dachten Elisabeth I. von England oder Calvin wie die Wittenberger? Gab es auch in Ländern eine Reformation, die heute katholisch sind? Inwiefern war die Reformation ... mehr

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Klassiker und Rezensionen

Theologisches Studium will als (unmittelbare oder literarische) Begegnung und sinnvolles Zusammensein von Schülern mit ihren Lehrern verstanden sein. (Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie, Gütersloh 21977, 153)   Diese Seite ist nicht die Theologische Literaturzeitung. Sie hat nicht zum Ziel, möglichst umfassend über Neuerscheinungen in Theologie und Religionswissenschaft zu informieren. Und sie ist überhaupt nicht das Organ einer theologischen oder kirchlichen Strömung. Was ist sie dann? Sie versteht sich als ein Raum. Ein Raum, in dem eine literarische Begegnung von Schülern mit ihren Lehrern erfolgen kann. Dabei ist von Schülerschaft in dem Moment zu sprechen, in dem sich ein Mensch auf die ... mehr

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