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Zur Soziologie einer Kulturform

Rezension „Die Kneipe. Zur Soziologie einer Kulturform“, erschienen 1987 in der edition suhrkamp. „Die inkommensurablen Ereignisse verlaufen synchron.“ Dieser Satz wird Max Frisch von Harald Schmidt zugeschrieben oder untergeschoben; ganz egal, sehr richtig. Das Bewusstsein für die Gleichzeitigkeit unvergleichlicher Ereignisse blitzt in Momenten von Übersicht und wacher Klarheit auf. Während Jenny um ihren verstorbenen Bruder heult und schreit und in der ganzen Kneipe von Gast zu Gast rennt, kommt es im Nebenraum mit den Glücksspielautomaten zu einer lange andauernden und lauten Münzausschüttung. Draußen ist es hell von Licht und Schnee. Trotz des unwahrscheinlich großen Gewinns jubelt niemand, am ... mehr

Skurriles und Witziges

Ein Eröffnungsartikel von Julian Scharpf Die populärste literarische Referenz der jüngeren Zeit zum Verhältnis von Theologie und Humor findet sich in Der Name der Rose von Umberto Eco. Dieser historische Kriminalroman ist Vorbild für moderne Klassiker des Genres wie Die Wanderhure, Das Vermächtnis der Wanderhure oder Die Tochter der Wanderhure. In Ecos Krimi klären Sean Connery und sein junger Gehilfe eine Mordserie unter Mönchen auf. Die analytisch- rationale Arbeitsweise der beiden mittelalterlichen Detektive wird später Vorbild sein für das Ermittler Duo Sherlock Holmes und Dr. Watson, welche wiederum Charles S. Pierce zu seiner epistemologischen Schlussfolgerungsweise der Abduktion inspiriert haben. In Der ... mehr