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Nochmal: Liberale Theologie

von Niklas Schleicher

Der Artikel „Braucht liberale Theologie eine normative Moderne?“ von Tobias Graßmann lieferte eine interessante Diskussion im Kommentarbereich, bei der Autor sich vor allem mit den kritischen Nachfragen von Klaus Beckmann auseinandersetzte und seine Position weiter präzisieren konnte. Wenn ich jetzt einen Versuch liefere, mich in die Debatte einzuklinken, dann kann dieser nur den Sinn haben, andere Punkte vielleicht noch einmal etwas herauszuheben, die mir im Artikel und in der Diskussion entweder zu kurz kamen, oder so nicht unwidersprochen stehen bleiben dürfen.


Zunächst: Tobias Graßmanns Darstellung der Aporie einen normativen Begriff der Moderne etablieren zu wollen finde ich einleuchtend. Insgesamt ist diesem nur als Fußnote hinzuzufügen, dass die Moderne-Sucher insofern vormodern sind, als dass auf die Problematiken der Moderne-Konstruktion schon die Theorertiker der Postmoderne hingewiesen haben. Denn, es gibt kein Zurück hinter Lyotards Diagnose vom Ende der großen Erzählungen (vgl. „Das postmoderne Wissen“).


Was allerdings zu diskutieren ist, ist der Begriff der liberalen Theologie. Ich stimme auch hier dem Autor völlig zu, dass liberale Theologie in kirchlicher Praxis die kontextsensible Vermittlung und Hermeneutik unterschiedlicher Glaubens- und Frömmigkeitsstile zu leisten hat. Allerdings denke ich, dass es notwendig ist, zwei weitere Bereiche der Religion zu diskutieren, auf die sich Theologie zu beziehen hat. Neben der kirchlichen Gestalt des Christentums, kann man, die Unterscheidung Dietrich Rösslers aufnehmend, noch die öffentliche und die private Gestalt unter die Lupe nehmen.


Hat in beiden Bereichen die liberale Theologie als Reflexion auf Religion/Christentum etwas beizutragen? Und ist dieser Beitrag, gerade für die öffentliche Gestalt, ein anderer als für die kirchliche Gestalt? Ich meine ja, inwiefern ich das meine, soll in kurzer Betrachtung beider Bereiche kurz dargelegt werden.


Liberale Theologie und die private Form des Christentums – Liberale Frömmigkeit?


In Sachen der Frömmigkeit (der Spiritualität, der praxis pietatis) redet man immer als Einzelner, denn auch wenn man gemeinschaftliche Formen religiösen Lebens vorzieht, Stellung dazu nimmt, zumal in protestantischer Tradition, immer der Einzelne. Von daher sind die folgenden Aussagen eher als persönliche Rechenschaft aufzufassen, denn als umfassende Diagnose. Aber es ist mir dann schon zu wenig, den Beitrag liberaler Theologie zur persönlichen Frömmigkeit, zur privaten Religion darauf zu beschränken, dass sie nur eine Orientierungsfunktion in der Vermittlung hat – dass wäre ja im übrigen nichts anderes als die kirchliche Aufgabe liberaler Theologie – oder schlicht gar keine.

Nein, liberale Theologie ist durchaus religiös wertvoll. Es ist einigermaßen trivial, darauf hinzuweisen, dass gerade der von Herrn Beckmann als Idol der Liberalen bezeichnete Schleiermacher mit seinen Reden auch bezweckt hatte, dem Christentum seinen spirituellen Sinn zurückzugeben. Auch das Buch des (natürlich immer kritisch zu lesenden) Emanuel Hirsch „Jesus Christus der Herr“ kann als nicht so unkluges Beispiel gelesen werden, Jesus zwar konsequent historisch zu lesen, ihm aber in keiner Weise seinen religiösen Wert, seine religiöse Bedeutung zu nehmen. Ob man Hirsch noch liest ist die eine Frage, ob einen seine Deutung überzeugt, die zweite, aber den Versuch jedenfalls konsequent historisch-kritisch zu denken und trotzdem von Christus zu reden, hat für mich, als einen Theologen, der sich den Aporien theologischen Denkens nicht mit einem barthianischen Offenbarungspositivismus zu entziehen versucht, auch ganz konkrete Bedeutung. Bedeutung, ganz naiv gesagt, für meinen Glauben. Natürlich bedeutet liberale Frömmigkeit auch die Verabschiedung von Momenten meines religiösen Lebens, die anderen Menschen wichtig sind und viel bedeuten. Das mag sein, aber wenn Gott als Grund und Grenzbegriff der Vernunft ernst zu nehmen ist – und ich nehme Gott in diesem Sinne ernst – dann hat das eben auch frömmigkeitstechnische Auswirkungen, die mit einer Verabschiedung eines theistischen Verständnisses der göttlichen Weltregierung beginnen, über die Überlegungen zum Sinn meines Gebetes gehen und bei einem tiefen Zweifel über die teilweise extrem einfache Rede der Kirche zu den letzten Dingen noch nicht enden.

Vielleicht kommt man für die Suche nach einer liberalen Form christlicher praxis pietatis auch mit Henning Luther und seiner These von Spiritualtität als Gestaltung alltäglicher Transzendenzen weiter. Ich bin hier auch weit entfernt von einer abschließenden Einstellung zu dieser Frage. Wichtig bleibt mir jedoch die Betonung, dass liberale Theologie nicht nur darin besteht, seine eigene Frömmigkeit im intersubjektiven Diskurs nicht absolut zu stellen. Nein: Liberale Theologie, die sich Dingen wie der historisch-kritischen Methode, einer konsequenten Historisierung der christlichen Überlieferung, etc. verpflichtet weiß, ist nur dann „gute Theologie“, wenn sie auch Auswirkungen und Prägekräfte für das religiöse Leben des Einzelnen hat oder haben kann.


Liberale Theologie und die öffentliche Form des Christentums – Theologische Argumentation und das Ernstnehmen historischer Entstehungsbedingungen


Was aber hat liberale Theologie im Bereich der öffentlichen Religion verloren? Man könnte die Arbeitsthese folgendermaßen formulieren: Der liberale Theologe, die liberale Theologin bezieht in zivilgesellschaftlichen und politischen Debatten insofern Stellung, als dass er oder sie, vielleicht auch gegen andere theologische Argumentation das Wort für liberalere Positionen ergreift. Er oder sie tut das aber nicht, indem einfach theologische Argumente suspendiert werden und auf die säkulare Vernunft zurückgegriffen wird, sondern indem dezidiert andere theologische Argumente vorgebracht bzw. eine andere Art von theologischer Argumentation bedient wird.

Etwas entfaltet könnte man diese Funktion dann so konkretisieren: In ethischen Debatten zum Beispiel wird, sowohl von konservativerer Seite, als auch aus Richtung der EKD-Theologie gerne so argumentiert, dass eine These formuliert wird und die Begründungslast dann ein bestimmtes Schriftzitat oder eine gewisse Auslegung einer Bibelstelle zu tragen hat. Eine klassische Argumentation mit einem Schriftzitat liegt beispielsweise in der wie dann auch immer genauer ausgeführten Bewertung homosexueller Lebensformen vor, in dem diese entweder durch Verweis auf Stellen des mosaischen Gesetzes als verboten gekennzeichnet werden, oder, etwas subtiler, indem darauf verwiesen wird, dass die Schöpfung eben Mann und Frau als Partner voraussieht. Noch einmal etwas anders sieht die Argumentation durch Auslegung einer gewissen Bibelstelle aus, wenn zum Beispiel die Gottebenbildlichkeit als Begründung der Menschenwürde so gespielt wird, dass sie dem Menschen schon bei der Befruchtung der Eizelle zukommt und so zum Beispiel die Forschung an embryonalen Stammzellen mit dem Hinweis auf ihre durch Gott gestiftete Menschenwürde begegnet wird.

Man mag inhaltlich zu diesen Punkten eventuell auch zu einem ähnlichen Ergebnis wie besagte Positionen kommen (auch wenn ein liberaler Theologe Homosexualität nur über große Umwege als Sünde oder verfehltes Leben zu bezeichnen vermag), dennoch ist der Anmarschweg, den eine liberale theologische Argumentation nehmen wird, ein anderer. Und zwar ist die Grundentscheidung, der sich liberale Theologie, jedenfalls in meinem Verständnis, verpflichtet hat, die konstitutive Anerkennung, dass die Bibel und auch die Dogmen- und Lehrbildung jeweils historisch verstanden werden müssen. Das bedeutet nicht, dass Schrift und Bekenntnis deshalb irrelevant werden müssen. Sie müssen aber insofern aktualisiert werden, dass die eingezeichneten Grunderfahrungen aus der Zeit heraus verstanden werden müssen und nicht einfach als zeitlose Wahrheiten auf ihre Anwendung warten. Zugegebenermaßen wirkmächtige Bilder wie die Gottebenbildlichkeit sind eben zunächst Bilder, Metaphern, die ein gewisses Verständnis des Menschen im Modus einer Gottesbeziehung ausdrücken. Diese Bilder müssen offen bleiben für lebensweltliche Aktualisierungen, oder anders: Mit der Gottesebenbildlichkeit kann nicht einfach gegen verschiedene Forschungen argumentiert werden, da diese Forschungen noch gar nicht im Bereich des auch nur vorstellbaren lagen. Man nimmt m.E. auch den Gottesgedanken nur dann ernst, wenn wir von einer gewissen Geschichtlichkeit, um nicht zu sagen „Entwicklungsfähigkeit“ Gottes ausgehen. Dies mag den klassischen Gottesprädikaten widersprechen, jedoch ist es wohl unumstritten, dass sich Gott doch jedenfalls insofern ändert, dass die Menschen im Verlauf der biblischen Geschichte unterschiedliche Erfahrungen mit ihm machen.

Konservativere Formen der Theologie, so kann man hilfsweise formulieren, gehen davon aus, dass sich Lebens- und Weltdeutungen und Handlungsmaximen in einen vorreflexiven, in diesem Sinne eben religiösen Rahmen einfügen müssen und davon normiert werden. Ersichtlich ist diese Vorstellung zum Beispiel an der Vorstellung vorsprachlicher Gewissheiten Eilert Herms oder der theonomen Begründung von Ethik bei Wilfried Härle.

Liberale Theologie dagegen versucht ernst zu nehmen, dass auch der christliche Glaube eine gewachsene und in Veränderung begriffene Lebensform ist, und eine Weltdeutung auf Grund des Glaubens eben immer eine Deutung der Welt, also des ganz konkreten Lebensbereiches des Einzelnen ist und dieser Lebensbereich, diese Welt nicht primär auf Normierung durch religiöse Überzeugungen angewiesen ist.


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Kommentare

Tobias Graßmann
Lieber Niklas,

vielen Dank für deinen Diskussionsbeitrag. Vielem kann ich mich anschließen oder sehe zumindest keinen Anlass zum Widerspruch.

Ich habe allerdings den Eindruck, dein Anliegen läuft in dieser Form darauf hinaus, meinen Versuch einer Aufspaltung des doppeldeutig gebrauchten Begriffs "liberal" als Strukturbeschreibung eines Theologietyps und als Name für eine bestimmte Frömmigkeitskultur oder Theologieschule wieder zu kassieren. Ich finde immer mehr, dass diese Mehrdeutigkeit zu Verwirrung oder ungerechtfertigten Monopolansprüchen führt und man sie deshalb terminologisch klären sollte.

Ich würde vorschlagen: "Liberal" bezieht sich immer auf eine Konfession oder Theologieschule, ist aber selbst keine eigene Konfession oder Theologieschule (als gäbe es neben lutherisch-liberal, katholisch-liberal usw. noch die Konfiguration liberal-liberal). Denn gerade, wenn man neben der Terminologie Tradition-Theologietyp noch die Ebene Tradition-Frömmigkeitskultur-Theologietyp einziehen will, dann wird es wirklich bizarr (lutherisch-konservativ-liberal vs. lutherisch-liberal-liberal und liberal-liberal-liberal usw. ?). Man könnte sogar noch das Verhalten in der Öffentlichkeit mit Hilfe des Adjektivs "liberal" typisieren und es etwa gegen "direktiv" o.ä. abgrenzen. Beispiele erspare ich jetzt mal ...

Das wird doch verwirrend. Ich würde deshalb vorschlagen, entweder für die Struktur von Konflikttheologie, die ich vertrete, einen anderen Namen zu wählen (derzeit flirte ich - wie ich schon angedeutet habe - in Aufnahme eines Begriffs C. Mouffes mit der Bezeichnung "agonistisch"). Oder man bezeichnet die Tradition, die du meinst, anders -- gerade auch, um die strukturell nicht-liberalen Spielarten dieser Frömmigkeitskultur angemessen beschreiben zu können. Dafür kämen dann meines Erachtens die Adjektive "neuprotestantisch" oder "aufklärerisch/aufgeklärt" in Frage.

Welches Verfahren der terminologischen Flurbereinigung hältst du denn hier für prinzipiell weiterführend?

Auf den methodischen Primat des Individualismus, der hin und wieder durchschimmert, gehe ich jetzt mal nicht weiter ein. Es sollte evident sein, dass sich da das Rad vom Primat des Subjekts/Individuums oder der sozial bereitgestellten Strukturen/der Intersubjektivität beliebig weiterdrehen lässt...
10.06.2015 - 16:46 Uhr
Tobias Jammerthal
Lieber Niklas, lieber Tobias,

vielen Dank, dass ihr diese Diskussion fortführt. Gestattet es mir, ein paar Warndreiecke aufzustellen:

1. In der Diskussion wird nach wie vor nicht scharf genug zwischen den unterschiedlichen Verwendungen des Adjektivs „liberal“ unterschieden. Es ist durchaus nicht dasselbe, ob eine Theologie als „theologisch liberal“ oder ein Theologe als „ethisch liberal“ oder ein Kirchenmann als „politisch liberal“ bezeichnet wird. Das ist euch bewusst, es muss aber stärker als bisher dazu führen, dass in den Überlegungen scharf zwischen diesen Kategorien getrennt wird. Deshalb empfinde ich die Kategorie der „Frömmigkeit“ zunächst als nicht weiterführend – sie ist nur eine weitere Kategorie, welche aber nicht zur Begriffsschärfung beiträgt.

2. Eine als „liberal“ sich verstehende oder so bezeichnete Theologie verdient diese Bezeichnung meiner Beobachtung nach – ungeachtet der wechselhaften Theologiegeschichte des vergangenen Jahrhunderts – immernoch vor allem dadurch, dass sie sich positiv auf Theologen wie Albrecht Ritschl und Adolf Harnack bezieht. Man mag darüber verärgert sein, dass der lange Schatten des 19. Jahrhunderts einfach nicht weichen will, aber ich halte es für vergebliche Liebesmüh, einen Terminus mit ziemlich festlegender Begriffsgeschichte umzuprägen. Dass einer sich als Erbin dieser Theologen verstehenden Theologie heute die konfessionalistische oder konservative Gegnerin von dermaleinst weitgehend abhanden gekommen ist, mag zur stärkeren Nötigung führen, inhaltlich positive Aussagen zu treffen, tut dem aber keinen Abtrag, dass jenseits aller materialen Aussagen eben der Bezug auf das Erbe des Kulturprotestantismus das begriffsbildende gemeinsame Charakteristikum ist. Reicht das nicht aus?

3. Zwischen Theologie und Kirche besteht eine unauflösliche Verbindung. Dennoch wäre zu fragen, ob in Bezug auf kirchenleitendes Handeln das Adjektiv „liberal“ nicht eher in seinem ethischen und politischen als in seinem theologischen Gebrauch verwendet wird.

Angesichts dessen würde es mich schon noch einmal interessieren, um was es euch eigentlich zu tun ist: Derzeit sieht es so aus, als wolltet ihr die traditionell kritische Richtung dieser Art von Theologie angesichts dessen, dass sie heute so stark wie noch nie in Gestalt ihrer Vertreter in kirchenleitender Verantwortung steht, inhaltlich mehr auf Position statt auf Negation ausrichten. Aber wäre es dann nicht besser, einen neuen Begriff zu prägen als einen besetzten Begriff neu zu definieren?
11.06.2015 - 14:41 Uhr
Tobias Graßmann
Lieber Tobias,

vielen Dank für deinen Kommentar, der wirklich in bewundernswerter Knappheit das Problem aufspießt.

Der Begriff "liberal" ist in unterschiedlichen Sprachspielen beheimatet bzw. er kommt in unterschiedlichen Gegensatzpaaren zum Einsatz. Mir fällt etwa ein: Theologie liberal/orthodox, Politik liberal/konservativ und liberal/revolutionär, Ethik liberal/strikt, Frömmigkeit liberal/ritualgestützt.

Diese Sphären sind nicht strikt getrennt, es gibt Wechselwirkungen und mögliche Zweckbündnisse (wie wenn ich liberalismuskritische Diskurse aus der Politikwissenschaft aufs kirchliche Leben übertrage oder Niklas darauf insistiert, dass liberale Theologie und Schriftauslegung eine liberale Frömmigkeit hervorbringt). Auch historisch ist das ja so gewesen. Niklas scheint diese Verbindung der "Unterscheidungsfamilie" besonders wichtig zu sein. Es geht ja immer irgendwie um legitime Pluralität gegenüber der Vorstellung von (göttlich, politisch oder sogar "natürlich" sanktionierter) Homogenität.

Mir dagegen geht es, wie du richtig siehst, zumindest auch um Kirchenpolitik. Hier würde ich die Grenzen nicht zu stark ziehen, denn zwischen Religion, Theologie, Theologiepolitik, Kirchenpolitik bestehen unzählige komplexe Verbindungen. So ist die Kirchenpolitik derzeit dominiert von einer Position, die sich positiv besetzte Attribute wie "liberal", "modern", "ökumenisch", "öffentlich" und "evangelisch" auf die Fahnen schreibt und sich z.B. auch unisono auf den "evangelischen" Heiligen Bonhoeffer sowie die Rechtfertigungslehre konzentriert um die Begriffe "bedingungsloses Angenommensein" und "christliche Freiheit" beruft, aber dadurch gekonnt verschleiert, dass sich hinter diesen Begriffen und Bezugnahmen ganz unterschiedliche Verständnisse von Theologie, Kirchenpolitik und Frömmigkeit verbergen können. Und dass es andere Frömmigkeitkulturen und Theologiestile geben kann, die sich von dieser Front nicht repräsentiert fühlen, ohne zugleich "vormodern", "illiberal", "fundamentalistisch", "sektiererisch", "unökumenisch" usw. zu sein. Das gilt es aufzudecken, um gemeinsamen Raum zu schaffen für unterschiedliche Positionen und Frömmigkeitskulturen.

Kritisch könnte man sagen: Der Begriff "liberal" ist für mich das passende Feigenblatt so lange, bis ich einen anderen Begriff für meine Theologie habe, der weniger missverständlich ist und nicht durch die herrschenden theologischen und kirchenpolitischen Diskurse geächtet wird.

Aber ich gebe mir wenigstens Mühe, zu skizzieren, was sich für mich hinter diesem Begriff verbirgt. Ich würde sagen: Eine konfessionell profilierte, kirchlich orientierte Theologie, die sich positiv zu inner- wie außerkirchlicher Pluralität verhält und darauf setzt, Konflikte fair und sorgfältig auszutragen, anstatt sie im Namen von Einheitspostulaten zu verschleiern oder zu unterdrücken.
13.06.2015 - 10:00 Uhr