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„Erleben, dass wir viele sind.“

Eindrücke vom Evangelischen Kirchentag – ein Seminarbesuch von Annette Haußmann Was ist ein Event und was hat Kirche damit zu tun? Diese Frage stellte sich die Übung „Kirche – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ im Vorfeld zum gemeinsamen Besuch des 35. Evangelischen Kirchentags in Stuttgart. Mit der Grundlage des Textes von Harald Schroeter-Wittke1 zum Eventbegriff und der Bedeutung des Kirchentags gelang eine erste Näherung an das Phänomen des christlich-kirchliches Events. Es stellte sich heraus, dass nahezu alle TeilnehmerInnen bereits Erfahrungen mit derartigen Veranstaltungen gemacht hatten – wobei sich die Grenzen als fließend offenbarten: ist ein Weltgebetstag, ein Gemeindefest oder ein monatlich ... mehr

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Nochmal: Liberale Theologie

von Niklas Schleicher Der Artikel „Braucht liberale Theologie eine normative Moderne?“ von Tobias Graßmann lieferte eine interessante Diskussion im Kommentarbereich, bei der Autor sich vor allem mit den kritischen Nachfragen von Klaus Beckmann auseinandersetzte und seine Position weiter präzisieren konnte. Wenn ich jetzt einen Versuch liefere, mich in die Debatte einzuklinken, dann kann dieser nur den Sinn haben, andere Punkte vielleicht noch einmal etwas herauszuheben, die mir im Artikel und in der Diskussion entweder zu kurz kamen, oder so nicht unwidersprochen stehen bleiben dürfen. Zunächst: Tobias Graßmanns Darstellung der Aporie einen normativen Begriff der Moderne etablieren zu wollen finde ich ... mehr

Der Zusammenhang von Geschlechtermetaphorik und Missionierung in den Kolonien

von Viola Rüdele Dieser Artikel wirft einen Blick auf die Zeit, in der europäische Staaten große Teile der Erde in einem stetigen Prozess unter ihre Gewalt brachten. Angefangen mit der Entdeckung fremder Erdteile zu Beginn des 16. Jahrhunderts folgte besonders im 18. und 19. Jahrhunderts eine Phase der Expansion mit dem Ziel der Unterwerfung der eroberten Gebiete.1 [Der Artikel bezieht sich auf folgendes Bild: Vespucci und Amerika, Kolorierter Kupferstich von Jan van der Straet und Theodore Galle, 1589.] Ein Mann, prächtig gekleidet und mit diversen Machtinsignien samt Kreuzbanner ausgestattet, kommt, um eine Frau, wohl eine ... mehr

Was meinen wir Christen mit "Gemeinde"?

Von Tim Schedel Folgenden Vortrag hielt ich Anfang Mai 2015 im islamischen Kulturzentrum Greifswald. Anlass war eine Reihe zum interreligiösen Dialog, diesmal mit den Thema „Gemeinde/Gemeinschaft“. Ich stellte das christliche Gemeindeverständnis aus der Sicht eines Theologen dar, anschließend stellte die „evangelischen Studentengemeinde Greifswald“ (esg) ihre Arbeit vor, den Abschluss bildete ein Vortrag über die Bedeutung von Gemeinde im Islam. Beiden Gruppen – esg und der islamischen Gemeinde in Greifswald – sei hiermit nochmals herzlich gedankt! Zur Gliederung meines Vortrags: Der ersten Teil stellt eine Skizze der Vorbedingungen dar, die ich für die Entfaltung des Hauptteiles notwendig halte. Im ... mehr

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Der Sinn der Schrift und inwiefern Jesus Christus ihre Mitte ist (Zur Lehre von der Schrift Teil 2)

von Tobias Graßmann Dieser Artikel setzt die produktive Auseinandersetzung mit den Thesen Notger Slenczkas zum Alten Testament fort, wie sie Niklas Schleier hier auf nthk.de gefordert hat. Im ersten Teil wurde unternommen, eine auch heute noch plausible Inspirationslehre zu konzipieren und mit deren Hilfe die theologischen Argumente zu systematisieren, die für oder gegen die kanonische Geltung eines Textes vorgebracht werden können. Der Sinn der Schrift als dogmatische Aufgabe In der jüngeren Debatte scheint allgemeiner Konsens zu sein, dass die Aussage, Jesus Christus sei die Mitte der Schrift, mit Blick auf das Alte Testament nicht (mehr) seriös vertreten werden kann. ... mehr

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Zur Lehre von der Schrift Teil 1

Was bedeutet Inspiration und wie wird ein Text kanonisch? von Tobias Graßmann Der Berliner Dogmatiker Notger Slenczka hat kürzlich mit seiner auf religionsgeschichtliche und theologische Thesen gestützten Forderung, dem Alten Testament solle im Protestantismus im Gegensatz zum Neuen Testament nur ein eingeschränkter kanonischer Rang zukommen, eine hitzige Debatte losgetreten. Niklas Schleicher kritisiert zu Recht, dass in dieser Debatte vielerorts die eigentlich grundlegenden Fragen ausgeklammert bleiben und man mitunter das Gefühl hat, den Kritikern Slenczkas ist primär daran gelegen, sich schnell und deutlich von dessen Thesen zu distanzieren – ohne ihr eigenes Hintergrundverständnis von Stellung und Verbindlichkeit der biblischen Schriften ... mehr

Theologische Enzyklopädien vorgestellt – 3: Gerhard Ebeling

von Corinna Ehlers, Tübingen Gerhard Ebeling, Diskussionsthesen für eine Vorlesung zur Einführung in das Studium der Theologie, in: ders., Wort und Glaube, Tübingen 31967, 447–457 (D). Ders., Studium der Theologie. Eine enzyklopädische Orientierung, UTB 446, Tübingen 1975 (O). Auf den ersten Blick ist es erstaunlich: Ein bedeutender Systematiker legt zwei enzyklopädische Entwürfe vor, und beide in Form von – Einführungen ins Theologiestudium. Ein Kenner seines Werks meint denn auch (zu O): „Was Ebeling damit vorgelegt hatte, war weder der Leitfaden einer theologischen Propädeutik noch ein den Anfängern zur Orientierung helfender Studienführer. Vielmehr ... mehr

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Vom Alten Testament und dem protestantischen Schriftprinzip – Eine Exposition zu einer Diskussion?

von Niklas SchleicherMit vorliegendem Text möchte ich gerne die von Notger Slenczka aufgebrachte Frage zur kanonischen Geltung des Alten Testaments auf nthk.de diskutieren. Ich würde mich über Widerspruch, Differenzierungen, etc. sehr freuen, zumal folgender Text eher eine Skizze und eine Anfrage darstellt. Gestern also auch Jan Assman: „'Mit dem Verlust des Alten Testaments verlieren die Christen nahezu alles', sagt der Kulturwissenschaftler Jan Assmann der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Mittwoch). Eine Kirche, die sich vom Alten Testament verabschiede, laufe Gefahr, 'zur Sekte zu werden'. Ohne das Alte Testament sei das Neue Testament mit seinen Geschichten über Jesus nicht zu verstehen: 'Das ... mehr

Für uns gestorben

Persönliche Erfahrungen mit dem neuen EKD-Grundlagentext von Sebastian Wieder Eins muss man vorab sagen: Der Text umschreibt elegant und treffend die verschiedenen Arten, wie evangelische Frömmigkeit im Kontext der ev.-luth. Kirche mit dem Thema Tod und Sterben in der Passionszeit umgeht. Beschriebenen Formen evangelischer Passionsfrömmigkeit durfte ich in Neustadt/Aisch begegnen: So wurde ein klassischer Abendmahlsgottesdienst am Abend des Gründonnerstags gefeiert, in welchem an die Einsetzung des Abendmahls erinnert und dieses selbst gefeiert wurde. Die Predigt war stark auf das Feiern von gemeinsamen Mahlen und auf die aktuelle Abendmahlspraxis in der Gemeinde fokussiert, da dies ein aktuelles Thema in den Beratungen ... mehr

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Theologische Enzyklopädien vorgestellt – 2: Adolf Schlatter

von Johann von Lehsten „Wie studiert man Theologie?“1 Diese Frage setzt Adolf Schlatter seiner Vorlesung „Einführung in die Theologie“ voraus. Auch heutzutage ist diese Frage für Studenten der Theologie, aber auch für examinierte Theologen von großer Wichtigkeit. Deshalb soll hier besprochen werden, ob auch die 2013 im Calwer Verlag veröffentlichte Vorlesung Adolf Schlatters zu diesem Thema einen Diskussionsbeitrag anbieten kann. Die „Einführung“ wurde von Schlatter insgesamt sechs Mal als Vorlesung gehalten, zuletzt im Jahre 1924.2 Aus der letzten Vorlesung stammt auch die Mitschrift, welche von dem Studenten Erwin Mühlhaupt angefertigt wurde und später als Grundlage für den ... mehr

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Eine Neuausrichtung des evolutionären Humanismus?

Vom Trockennasenaffen zur Hoffnung Supermensch von Ronald Scholz Michael Schmidt-Salomon hat im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung das „Manifest des evolutionären Humanismus“ (2005) verfasst und ist u.a. Autor der Bücher „Jenseits von Gut und Böse – Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“ (2009) und „Hoffnung Mensch - Eine bessere Welt ist möglich“ (2014). Auf seiner Homepage1 weist er sich als „Dr. Michael Schmidt-Salomon, freischaffender Philosoph/Schriftsteller, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung“ aus. Diese Beschreibung beugt nicht nur jeglicher Verwechslung vor, sie misst den Publikationen des Autors auch einen inhaltlichen Stellvertretungsanspruch, zumindest für die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), zu. Die Giordano-Bruno-Stiftung vertritt in Anlehnung an ... mehr

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Braucht liberale Theologie eine normative Moderne?

Sie kennt die Falschen und die Echten / sie trennt die Guten von den Schlechten (Fink – Stern) Dieser Beitrag greift eine Frage auf, die auf dem 11. Kongress der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft, der unter dem Titel Freiheitsglaube. Liberale Religion heute vom 16.-18. Februar in Augsburg stattfand, gestellt wurde: Welche Bedeutung hat ein „normativer Modernebegriff“ für eine Theologie, die sich als „liberal“ versteht? Nun sollen die dortigen Diskussionen hier nicht im Detail nachgezeichnet oder einfach fortgeschrieben werden. Stattdessen soll hier eine grundsätzliche Positionierung erfolgen. Als Kritiker einer solchen Konzeption von liberaler Theologie möchte ich 10 Argumente präsentieren, die mich dazu führen, einen ... mehr

Der Dirigent als Zuhörer?

Prof. Martin Nicol – eine Begegnung Tobias Graßmann traf sich für ein persönliches Gespräch mit Prof. Martin Nicol aus Erlangen. Statt einer hitzigen Disputation über Homiletik und Liturgik erwartete ihn die Frage: Wie sieht denn Ihr Traumgottesdienst aus? Die Vorgeschichte Meinem Gespräch mit Prof. Nicol war ein Emailverkehr vorangegangen, der sich an einer hitzigen Mail meinerseits entzündet hatte. Ich hatte die vom Predigerseminar Nürnberg empfohlene Programmschrift Nicols zur Liturgik unter dem Titel Weg im Geheimnis gelesen – die Warnungen vor der exzentrischen Sperrigkeit dieser Konzeption, die dieser Empfehlung beigegeben waren, hatten mein Interesse eher befördert, als geschwächt. Nach der Lektüre aber ... mehr

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Doch, wir brauchen Dogmatik!

Wider die populäre Absage ans geordnete Nachdenken von Klaus Beckmann Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt hat im Jahr 2011 einen Sammelband publiziert mit dem Titel: „Religion in der Verantwortung“. Darin sind Beiträge von ihm zu religiösen, religionspolitischen und im weiteren Sinn theologischen Fragen zu lesen, die er seit den 1970er-Jahren verfasst hat. Es findet sich auch ein 1997 in der Augustana-Hochschule Neuendettelsau gehaltener Vortrag „Der Christ in der politischen Verantwortung“. Ich schätze Helmut Schmidt und wünschte mir, in der hohen Politik gäbe es viele umsichtige Persönlichkeiten wie ihn. Dennoch muss ich Schmidt widersprechen. Ich tue dies eingedenk des ... mehr

Sport in der Kirche – Merkmale und Besonderheiten

Persönlicher Bezug von Sophia Weidemann Bei Überlegungen für neue Artikelanfragen im Bereich Bildung erinnerte ich mich aus meiner Zeit in der Evangelischen Jugend an die Arbeit von ej-sport. Auf den Landesjugendkonventen wurde jedes Jahr ein großes Sportevent gefeiert. Neben vielen Diskussionen und zwei Tagen Geschäftsteil, war die Sportveranstaltung jedes Jahr ein Highlight. Ob inklusives Basketballspiel mit und gegen Menschen mit Behinderung, Fußballturnier der Kirchenkreise oder einen Fitnessparkuhr, beim Sport wurde neu durchgemischt und Menschen, die bisher weniger miteinander zu tun hatten, spielten auf einmal nebeneinander, Berührungsängste wurden abgebaut oder auch einfach mal der Kopf vom Geschäftsteil frei gemacht. Das Schöne bei ej-sport ... mehr

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Da zog ich an, was kindisch war?!

Zur Infantilisierung evangelischer Gottesdienste von Klaus Beckmann Familiengottesdienst am Reformationstag: Der Pfarrer, die Gitarre umgehängt, singt mit fünfzehn Kindern aus dem Kindergarten eine Reihe harmlos-lustiger Lieder, viele Eltern sind da, freilich auch nicht wenige ältere Gemeindeglieder, von denen mancher sich zur Feier des kirchengeschichtlichen Datums festtagsfein angezogen hat. Doch der Kindergarten prägt die Veranstaltung. Zu den Gebeten bleibt es unruhig, die wenigen Predigtgedanken gehen im Lärm unter. Beim letzten Lied fordert der Pfarrer „alle, die sich nicht zu alt dafür fühlen“, auf, doch die eingeübten Gebärden der Kinder mitzumachen, Gott ist „sooo groß“, „sooo wunderbar“, „sooo weit“. Nicht nur die Angehörigen des in ... mehr

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Sprachloser Dialog? Christlich-Islamischer Dialog zwischen Rückschlägen und Neuanfängen

Die Welt brennt und oft ist dabei vom Islam die Rede, von Terror im Namen Gottes – der freilich nicht allein für diese Religion reserviert ist. Bemerkenswert aber, dass Angela Merkel, Bundeskanzlerin eines säkularen Staates, fordert: „Muslimische Geistlichkeit muss Verhältnis des Islams zur Gewalt klären“1. Kann der christlich-islamische Dialog im Ringen um diese Fragen eine Rolle spielen oder ist er nur „Gequatsche“ (so einmal Kardinal Lehmann) oder ein Treffen von Menschen, die sich kennen und mögen und gegenseitig das bestätigen, was sie ohnehin schon wissen, wie seine Kritiker oft meinen? Dialoge gibt es viele, ob auf individueller Ebene oder zwischen ... mehr

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Ein Plädoyer gegen die Pauschalisierung des Islam

Wenn in deutschen Großstädten tausende Bürger auf die Straße gehen um die christlich-jüdische Kultur des Abendlandes vor einer vermeintlichen Islamisierung zu schützen. Wenn unmittelbar im Gegenzug dazu die Bundeskanzlerin etwas verkündet, was dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff schon vor gut vier Jahren aufgefallen sein will: Der Islam gehört zu Deutschland. Und wenn erst am 22. Januar diesen Jahres daraufhin die stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, Julia Klöckner, in einer Maybrit Illner-Talkrunde postuliert, dass dieser Satz so nicht ganz richtig sei und vielmehr lauten müsse: „Muslime gehören zu Deutschland“ – also eine ähnliche Meinung, wie sie Bundespräsident Joachim Gauck schon 2012 zum ... mehr

Theologische Enzyklopädien vorgestellt –1: Martin Kähler

von Tobias Jammerthal, Baden-Baden I Martin Kähler lehrte fast ein halbes Jahrhundert lang in Halle, zunächst Neues Testament, dann Systematische Theologie. Er studierte unter anderem in Heidelberg bei Richard Rothe, wurde in Tübingen von Johann Tobias Beck stark beeindruckt und verdiente sich seine akademischen Sporen bei Gottfried August Tholuck in Halle. Dies und seine lebenslange Freundschaft mit Hermann Cremer führte Reinhold Seeberg zur Einschätzung, dass in Kählers „weitblickendem Biblizismus… ein Stück der edelsten und besten Traditionen der Vermittlungstheologie in kraftvoller und eigenartiger Weise“ unter uns fortlebe.1 Der Einfluss Kählers, zu dessen Füßen unter anderem Wilhelm Herrmann und Paul Tillich ... mehr

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Es gibt keine gravierenden Unterschiede? - Ein Plädoyer für die Kindertaufe

von Claudia Kühner-Graßmann Michael Neudecker konstatiert in seinem Artikel vom 04. Januar 2015 auf sueddeutsche.de, dass es keine Unterschiede mache, ob ein Kind getauft oder (noch) nicht getauft sei.1 Dass er damit zu kurz greift, da es ihm um rein äußerliche Unterschiede wie die Teilnahme am Religionsunterricht geht, soll an dieser Stelle als Auseinandersetzung mit diesem Artikel genügen. Vielmehr nehme ich diesen Artikel zum Anlass, ein Plädoyer für die Kindertaufe zu verfassen. Ausgehend von der reformatorischen, hauptsächlich der lutherischen Tradition erfolgt hier keine rein wissenschaftliche, historische oder dogmatische Auseinandersetzung. Vielmehr möchte ich im Spiel mit der ... mehr

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Gedanken zur (Weih-)Nacht

Mittlerweile haben wir nthk.de gut ein Jahr in Betrieb. Über 50 Artikel konnten wir bis jetzt veröffentlichen. Das ist eine hervorragende Quote, vielen Dank dafür an alle Autorinnen und Autoren. Danke auch an alle, die hier das Projekt verfolgen, Artikel lesen und vielleicht auch kommentieren. Falls ihr selbst etwas beitragen möchtet, seid ihr immer gerne willkommen. Schreibt einfach an nthk@gmx.de. Ich wünsche allen Besuchern der Seite, auch im Namen des Kernteams, frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr! Lasst uns zufrieden mit der Kleinheit eurer Welt.(PEER in Galaktika) Übermorgen ist Heiliger Abend. Und heute marschieren (Selbstbezeichnung: „spazieren“) patriotische „Europäer“, quasi als ... mehr

Rezension von Karl Barth: „Fides quaerens intellectum“

von Niklas Schleicher Vorbemerkungen Vorliegende Rezension beschäftigt sich mit einem genuinen Klassiker der evangelischen Theologie, der es Wert ist, dass man ihm eine Lektüre widmet. „Fides quaerens intellectum“ (FQI) ist als Paperback in der Barth-Gesamtausgabe erhältlich. Grundlage der 1981 erschienen Ausgabe ist die von Barth besorgte zweite Auflage von 1958, die wiederum nur geringfügige Änderungen zu der ersten Auflage von 1931 bietet. Als Herausgeber von FQI zeichnen Eberhard Jüngel und Ingolf U. Dalferth verantwortlich, die eine kurze, rein editorische Einführung und einen überschaubaren, aber hilfreichen editorischen Apparat bieten. Etwas schade ist , dass die beiden Herausgeber inhaltlich keine Einführung geben; ... mehr

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Ein schwärmerisches Misstrauen gegenüber Kirchenleitung

Julian Scharpf nimmt kritisch Stellung zu Tobias Graßmanns Kommentar Der Chef der Protestanten? Ich teile die in diesem Blog von Tobias Graßmann geäußerte Einschätzung, dass Heinrich Bedford-Strohm die zwangsläufige und richtige Wahl als EKD Ratsvorsitzender ist. Er hat ein klares theologisches Programm in der Linie von Wolfgang Huber, wirkt sympathisch und ist medientauglich. In seiner Arbeit als Landesbischof in Bayern hat er sich Respekt verdient als kollegialer Pfarrer im kirchenleitenden Dienst, als ein pastor pastorum. Ich kann daher die Befürchtung nicht verstehen, dass mit der Wahl seiner Person eine Hierarchisierung und Klerikalisierung des deutschen Protestantismus einhergehen könnte. Mit ... mehr

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Empört Euch!

Antijüdisch-kolonialistische Konstrukte und hegemoniale Projektion ‚des Anderen’. Anmerkungen zu einem antijüdischen ‚Credo’ im bayerischen Korrespondenzblatt1 von Cand. theol. Jonas Leipziger, M.A. (Neuendettelsau) Das Verhältnis von christlicher Theologie und Kirche zum Judentum hat sich im vergangenen Jahrhundert nach der Katastrophe der Shoa vor allem dank des jüdisch-christlichen Dialogs grundlegend verändert: Die Revisionsbedürftigkeit christlicher Grundüberzeugungen wurde hinsichtlich ihres Antijudaismus und ihrer Verhältnisbestimmungen zu Jüdinnen und Juden deutlich. Dieser Paradigmenwechsel2 zu einer Hinwendung zu Jüdinnen und Juden, der Achtung ihres Selbstverständnisses, der Wertschätzung jüdischer Tradition, der Wiederentdeckung der jüdischen Wurzeln Jesu und des Neuen Testamentes als jüdisch und der Abkehr von den unheilvollen ... mehr

Der Chef der Protestanten?

Ein Kommentar von Tobias Graßmann Heinrich Bedford-Strohm ist zum Ratsvorsitzenden der EKD-Synode gewählt worden. Dieses wenig überraschende Ergebnis der 7. Tagung der 11. EKD-Synode ist für viele regionale und überregionale Medien Anlass, sich mit der Evangelischen Kirche in Deutschland und gegenwärtigen Entwicklungen in den protestantischen Kirchen Deutschlands zu befassen. Diese mediale Aufmerksamkeit sollte nicht nur für alle „öffentlichen Theologen“ in unseren Reihen, sondern für uns Protestantinnen und Protestanten insgesamt ein Grund zur Freude sein. Wenn nun aber Bedford-Strohm in einem (prinzipiell sehr empfehlenswerten) Porträt des neuen Ratsvorsitzenden durch Reinhard Bingener in der online-Ausgabe der FAZ als der zukünftig „oberste Protestant Deutschlands, eine ... mehr

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Peter Brown: Augustine of Hippo

von David Burkhart Janssen Aurelius Augustinus von Hippo ist nicht nur einer der bedeutendsten Kirchenväter, sondern auch durch den großen Fundus seiner uns erhaltenen Schriften eine der komplexesten und literarisch am besten fassbaren Gestalten der Antiken Welt. Dieser Person hat Peter Brown, Althistoriker an der Universität Princton und führender Augustin-Kenner der anglophonen Welt, eine umfangreiche Biographie gewidmet, die zuerst 1967 erschien und 2000 mit einem umfangreichen Anhang überarbeitet neu aufgelegt wurde (Peter Brown, Augustine of Hippo: A Biography. A New Edition with an Epilogue [2nd ed.; Berkeley/ Los Angeles: University of California Press 2000]; Peter Brown, ... mehr

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Über das befreiende Ringen um Gottesbilder

von Claus Aschenbrenner "Mach dir deinen eig'nen Gott, so wie er dir gefällt und dann regier' mit ihm die ganze Welt!"1, so lautet eine Strophe aus dem 2003 erschienenen Lied 'Mein Gott' der Band EAV. Wendet sich diese Kritik in erster Linie gegen den Missbrauch von Religion durch funda­mentalistische Kräfte, trifft sie doch auch auf jede Form des Machtmissbrauchs durch verabsolu­tierte Vorstellungen des Göttlichen zu. Auch in der jüdisch-christlichen Geschichte finden sich Gottesbilder, die gerade durch ihren Gültigkeitsanspruch ideologische Macht ange­häuft haben und die Geschichte berichtet ebenso, dass jene Machtstellung oft auch zur Legitimation von Unterdrückung, Entrechtung und Bevormundung ... mehr

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Laizismus-Debatte: Man muss schon sehr daran glauben – Laizismus ist nichts für Skeptiker

von Tobias Graßmann [Laizismus-Debatte: Julian Scharpf: Gedanken zur aktuellen Debatte um das Verhältnis von Staat und KircheKai Gräf: "Güter auf die der Staat angewiesen ist?" - Das freiheitsfördernde Potential der Religionen in der modernen DemokratieTobias Jammerthal: Homo homini lupus - und deswegen LaizimusTobias Graßmann: Man muss schon sehr daran glauben - Laizismus ist nichts für Skeptiker] Kürzlich hat an dieser Stelle Kai Gräf einen wortgewaltigen und engagierten Einspruch gegen einen Debattenbeitrag von Julian Scharpf veröffentlicht. Gräfs Argumentation weist dabei pointiert auf Unstimmigkeiten im Umgang kirchlicher Kreise mit dem sog. Böckenförde-Axiom hin, das besagt, der liberale Rechtsstaat lebe von Voraussetzungen, die er selbst ... mehr

Martin Kähler: Geschichte der protestantischen Dogmatik im 19. Jahrhundert

Wir schreiben mittlerweile das 21. Jahrhundert. Die Bedingungen, unter denen Theologie getrieben wird, haben sich schon gegenüber denen, unter denen im 20. Jahrhundert noch Theologie getrieben werden konnte, erheblich geändert. Und dennoch prägt die Theologie des 20. Jahrhunderts das Bisschen, was von der Theologie des 21. bisher sichtbar ist, entscheidend. Und damit steht auch fest, warum eine Geschichte der protestantischen Dogmatik im 19. Jahrhundert mehr als nur antiquarisches Interesse in uns erwecken kann: die Frontstellungen des 19. Jahrhunderts sind es, die ihren Schatten auf die Theologie des 20. geworfen haben – und damit stehen auch wir im 21. Jahrhundert ... mehr

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Laizismus-Debatte: Homo homini lupus – und deswegen Laizismus?

Anmerkung der Redaktion: Letzte Woche nahm Kai Gräf unter dem Titel „Güter, auf die der Staat angewiesen ist“? - Das freiheitsfördernde Potential der Religionen in der modernen Demokratie kritisch zu einem Beitrag von Julian Scharpf Stellung. Dieser hatte sich unter Gedanken zur aktuellen Debatte um das Verhältnis von Staat und Kirche mit einem neuen Positionspapier der Grünen in BaWü zum Verhältnis von Staat und Kirche auseinandergesetzt. Beim vorliegenden Beitrag handelt es sich um eine Replik auf den Artikel von Kai Gräf. Zur besseren Nachvollziehbarkeit wurden alle drei Artikel mit dem Obertitel Laizismus-Debatte versehen. Homo homini lupus – ... mehr

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Laizismus-Debatte: „Güter, auf die der Staat angewiesen ist“? - Das freiheitsfördernde Potential der Religionen in der modernen Demokratie

Die christlichen Kirchen genießen in Deutschland weitreichende Privilegien. Weil sich diese in einer pluralistischen und säkularisierten Gesellschaft zunehmend schwerer begründen lassen, bedienen sich ihre Verteidiger einer geschickten Argumentation: Die Demokratie, so behaupten sie, sei auf die gemeinschafts-fördernde Wirkung der Religion angewiesen, ohne die ein freiheitlich-säkularer Staat nicht fortbestehen könne. Zuletzt hat diese Position Julian Scharpf („Gedanken zur aktuellen Debatte um das Verhältnis von Staat und Kirche“) vertreten, auf den der vorliegende Beitrag antwortet. von Kai Gräf Dass baden-württembergische Schulkinder „in Ehrfurcht vor Gott“ und „im Geiste der christlichen ... mehr

Laizismus-Debatte: Gedanken zur aktuellen Debatte um das Verhältnis von Staat und Kirche

von Julian Scharpf Die religionspolitische Verfasstheit unserer Zeit ist durch das Scheitern laizistischer Modelle gekennzeichnet. In Frankreich, dem Mutterland des modernen Laizismus, werden Diskurse über die Sichtbarkeit von Religion in der Öffentlichkeit zu Kulturkämpfen. In der Türkei rächt sich der harte laizistische Kurs der Kemalisten gegen Religiosität in der Renaissance eines erzkonservativen bis fundamentalistischen politischen Islam. Seit dem Aufstieg Erdogans und der AKP ist Laizismus nur noch Begriff für die Ungleichbehandlung der Religionen. Während die Rechte von Muslimen ausgeweitet werden, leiden religiöse Minderheiten wie Aleviten und Christen unter systematischer Diskriminierung. Auch in totalitären Systemen wie Aserbaidschan, China oder Kuba ist „Laizismus“ ... mehr

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Der Umgang mit pseudepigraphen Schriften in der modernen Theologie

von Tim Schedel Speziell für den Protestantismus und sein reformatorisches Schriftprinzip hat die Bibel als norma normans eine besondere Gewichtung. Ihr konnte, als göttlich inspirierte Schrift, argumentativ schwer begegnet werden. Allerdings benötigte sie dazu einen integren Textbestand. Sprich die Texte sollten von denjenigen Autoren stammen, die in den Schriften suggeriert wurden. Ein absichtliche Täuschung der Autorenschaft eines biblischen Schriftstücks stellte für den Protestantismus den worst case dar, da der theologischen Diskussion damit jeder Boden entzogen war. Spätestens mit der Anzweiflung der Echtheit des 1Tim durch F.D.E. Schleiermacher im Jahre 1807 wurde das Thema der Pseudepigraphie für die Theologie zu ... mehr

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Die Jesus Christus Trilogie Edward Schillebeeckx'

von Christiane AlpersDie Trilogie über Jesus Christus des flämischen Theologen Edward Schillebeeckx (1914-2009) zählt zu den Klassikern der römisch-katholischen Theologie des 20. Jahrhunderts. Auf Deutsch erschienen diese Werke als Jesus: die Geschichte von einem Lebenden. Herder, Freiburg 1975, Christus und die Christen: die Geschichte einer neuen Lebenspraxis Herder, Freiburg 1977 und Menschen: die Geschichte von Gott; Herder Freiburg 1990. Die besondere Aufgabe, der sich Schillebeeckx hier stellte, war es, mit den damals neusten Kenntnissen der biblischen Exegese eine systematische Arbeit über die Bedeutung von Jesus Christus zu schreiben. Im ersten Band geht es ihm vor allem darum herauszufinden, wer ... mehr

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Raus aus der Kirche - Erfährt die christliche Kirche einen Bedeutungsverlust in der Gesellschaft?

von Malte Jericke Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen erdrückend. Die „V. EKD Erhebung über Kirchenmitgliedschaft“ macht deutlich, dass die Evangelische Kirche in Deutschland innerhalb unserer Gesellschaft enorm an Bedeutung verliert. Waren 1970 noch 49% der Deutschen evangelisch und 44,6 % katholisch, so sind es im Jahr 2010 jeweils nur noch knapp über 29%. Mit 37,2 % sind die Konfessionslosen in der Zwischenzeit mit Abstand die größte Gruppe. Wobei die Anzahl der Konfessionslosen in Ostdeutschland noch sehr viel höher ist als in Westdeutschland.1 Dabei ist ein klarer Trend zu erkennen, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. Religion ist ... mehr

Jesus und die Dornenkrone

Rezension von Aslan, Reza: Zealot. The Life and Times of Jesus of Nazareth, Random House, New York 2013. (In deutscher Übersetzung: Aslan, Reza: Zelot. Jesus von Nazareth und seine Zeit, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013). von Helge Bezold   Es war ein – aus heutiger Sicht – zunächst einfacher Gedanke. Nämlich „[...] dasjenige, was die Apostel in ihren eigenen Schriften vorbringen, von dem, was Jesus in seinem Leben würklich selbst ausgesprochen und gelehret hat, gänzlich abzusondern.“ [H. S. Reimarus (1694-1768), Von dem Zwecke Jesu und seiner Jünger, § 3.] Die historische Einsicht der Trennung vom neutestamentlichen „Jesus Christus“ und historischem „Jesus ... mehr

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Das Alte Testament im alltäglichen Vollzug des Vikariats

„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, dass du hörst.“ (Prediger 4,17) Ich stehe mit sechs Konfis auf der Kanzel. Es ist Churchnight in Neustadt/Aisch. 53 Konfis wuseln spätabends durch die gesamte Kirche und müssen in einer Kirchenraumrally verschiedene Stationen in der Kirche abgehen und Fragen beantworten. Die Kanzel ist eine dieser Stationen. Frage: „Was passiert hier oben im Gottesdienst?“ Die Antwort ist schnell gefunden: „Hier wird gepredigt.“ Frage: „Wie nennt man diesen ‚Balkon‘ auf dem wir hier stehen?“ Die Frage ist schon schwierig. Die Antwort fällt nicht ein. Ich verschiebe diese Frage nach hinten und stelle die dritte: Frage: „Wer sind ... mehr

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Kirche und Umwelt

Es gibt Forderungen, dass sich die Kirche wieder mehr auf ihr Kerngeschäft der Verkündigung beschränken und konzentrieren müsse. Aber muss sie das wirklich? In Bayern wurde die kirchliche Umwelt- und Klimaarbeit nun 40 Jahre alt. Ein Plädoyer für die Schöpfungsverantwortung der Kirchen von Dr. Wolfgang Schürger: „Die Mitverantwortung für eine menschenwürdige Zukunft angesichts der vielfältigen Umweltschäden und -bedrohungen erfordert die Mitarbeit der Kirche.“ - Mit diesen Worten bittet die Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche in Deutschland in einem Schreiben vom 2. April 1974 alle Gliedkirchen, Umweltbeauftragte zu benennen und zu einem bundesweiten Koordinierungstreffen zu entsenden. Im Mai 1974 beruft der Landeskirchenrat ... mehr

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Rezension Nikolaus von Kues: De docta ignorantia

Eine Rezension von Tobias Graßmann Nikolaus von Kues' De docta ignorantia, 1440 erstmals erschienen, kann sicher ohne Übertreibung als ein Höhepunkt spätmittelalterlicher Theologie und Philosophie gelten. Warum aber – so könnten Theologinnen und Theologen insbesondere reformatorischer Prägung fragen – sollte man auch heute noch dieses Werk lesen? Nikolaus von Kues unternimmt tapfer das von ihm selbst (!) als unmöglich erkannte: Er versucht, Gott konsequent als das Unendliche und Ewige zu denken. Doch das „Unendliche als Unendliches ist deshalb unerkennbar, da es sich aller Vergleichbarkeit entzieht“ (S. 9). Wie soll der menschliche Geist etwa das erfassen, was als das absolut Größte zugleich ... mehr

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„Und gewonnen hat, wie immer, Deutschland“

Eine Skizze zum WM-Sieg und zu nationaler Euphorie von Niklas Schleicher Ihr sagt: Wir leben doch heute! Ja, gewiss - aber so sind hier die Leute. (Franz Josef Degenhardt) Auchi wenn die Weltmeisterschaft schon wieder über eine Woche vorbei ist, und sich die Presse und die Öffentlichkeit wieder wichtigeren Dingen zuwendet, sind m.E. einige Anmerkungen auch auf nthk.de nötig. Deutschland hat also den vierten Stern geholt, wir sind Weltmeister, wir sind wieder wer. Zugegeben: Das ist ein verdienter Sieg, nach dem hervorragenden Abschneiden der letzten Jahre, bestreitet das sicherlich niemand. Insgesamt war das DFB-Team auch in dieser, spielerisch gar nicht so schlechten WM die ... mehr

Gibt es eine gerechte Schule?

Gerechtigkeit im Klassenzimmer – Einheit und Vielfalt von Cornelia Treml „Bildung muss immer beim einzelnen Kind ansetzen. Die strategische Formel unserer Bildungspolitik lautet: Individuelle Förderung statt Einheitsschule“. Mit diesem Zitat äußert sich Dr. Ludwig Spaenle auf der Internetseite des Kultusministeriums zur Schule. Es soll in diesem Text nicht darum gehen zwischen dem dreigliedrigen Schulsystem und einer längeren gemeinsamen Schulzeit abzuwägen. Viel mehr stellt sich mir die Frage, ob die Schulen tatsächlich beim einzelnen Kind einsetzen. Haben wir vielleicht einfach nur vielfältige Kategorien gefunden, um die Kinder maximal differenziert einzuteilen? Im Alltag finden sich Lehrkräfte als Einzelkämpfer in einer heterogenen Schulklasse. Gymnasien und ... mehr

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80 Jahre Barmer Theologische Erklärung – ein Aufruf zur Verantwortung an Regierende und Regierte

von Theresa Dittmann Die evangelische Kirche erinnerte am 31. Mai 2014 an die auf der Bekenntnissynode in Wuppertal- Barmen verabschiedete „Theologische Erklärung zur gegenwärtigen Lage der Deutschen Evangelischen Kirche“i. Die bayerische Landeskirche nahm sich das 80-jährige Jubiläum zum Anlass, einen Studientag für die kirchenleitenden Organe in Nürnberg zu veranstalten. Dabei stand insbesondere die Frage um eine mögliche Erweiterung der Kirchenverfassung durch die sog. Barmer Erklärung (BThE) im Vordergrund.ii Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sprach von einer neuen geistlichen Kraft für die gegenwärtige Kirche, die von dieser Erklärung ausginge. Die BThE war die ... mehr

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Die Barmer Theologische Erklärung als Bekenntnistext im Luthertum

Ein Essay von Christina Hörsch 1. Lutherische Reserven gegenüber der Rezeption der BThE als Bekenntnistext1 Die lutherische Kritik2 an der BThE richtet sich hauptsächlich gegen die Rezeption der BThE als verbindliches Lehrbekenntnis neben den reformatorischen Bekenntnisschriften. Generell wurde die BThE in ihrer Zeit von lutherischer Seite als akzeptable Grundlage wahrgenommen, an der dem jeweiligen Bekenntnis gemäß weitergedacht werden kann. Dennoch gab es schon bei Entstehung der BThE kontroverse Auseinandersetzungen um ihre kirchenrechtliche Stellung und ihre theologische Beschaffenheit. Diese Kontroversen wurden erneut bei der Neuordnung des Protestantismus nach 1945 aktuell, als bedacht wurde, inwiefern die BThE in Kirchenordnungen und Verfassungen aufgenommen werden soll. ... mehr

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Rechtfertigung und Freiheit: 500 Jahre Reformation

I Mit „Reformation und Freiheit: 500 Jahre Reformation 2017“ legt die Evangelische Kirche in Deutschland einen Grundlagentext vor, der von einer ad-hoc-Kommission unter Vorsitz des Berliner Kirchenhistorikers Christoph Markschies vorbereitet und formuliert wurde.i Die Gattung des Grundlagentextes stellt klar, dass es sich nicht um eine Denkschrift oder eine Orientierungshilfe handelt – schade eigentlich, denn das Zeug zu einer solchen hätte der vorgelegte Text durchaus. II Das Herzstück des etwas mehr als 100-seitigen Textes stellt eine Analyse der reformatorischen Exklusivpartikel (solus Christus, sola gratia, solo verbo, sola scriptura, sola fide) sowie des Rechtfertigungsbegriffs als „Schlüssel der Reformation“ (44) dar (44-93). Bei der Behandlung ... mehr

Der Zeit ins Wort fallen - die Aufgabe der Theologie und das Verhältnis von Theologie und Politik

Überlegungen im Anschluss an Karl Barth von Jan Holzendorf Einführung Das Verhältnis von Theologie und Politik ist ein notwendiges Verhältnis. Weder die eine noch die andere Seite kommt aus diesem Verhältnis heraus, solange Himmel und Erde bestehen – selbst die Verabschiedung einzelner Theologen oder religiöser Gruppen aus der Gesellschaft ist ein Verhalten zu diesem Verhältnis. Zu fragen ist demnach nicht nach dem Ob einer solchen Verbindung, sondern nach dem Wie. Und nun genauer: Wie verhält sich die Theologie zur Politik, wie versteht sie selbst sich in diesem Miteinander, aus dem ein Entkommen nicht möglich ist? Ein Blick in die ... mehr

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Problematische Allianz: Europäische Literatur und islamistisch gefärbter Hass

Von Johannes Graßmann 1. Die Frage Die These europäische Literaten und islamisch eingefärbter Extremismus stünden in einer Allianz mag zunächst abwegig wirken. In der europäischen Literatur werden schließlich keine Systeme islamisch-religiös fundierten Hasses geschaffen, sondern – man blicke auf den Bestseller-Autor Thilo Sarrazin – wenn überhaupt, „bekämpft“. Die Allianz zwischen islamisch fundiertem Hass und europäischer Literatur wird allerdings auf den zweiten Blick deutlich. Es ist eben keine inhaltliche Allianz, sondern eine strukturelle Allianz. Islamische Hassphilosophien untermauern ihre Ideen mit Erfahrungen, die im sog. ,Westen' gemacht wurden und beziehen ihren Nachwuchs aus, Milieus, die den ,Westen' als koloniales, hegemoniales ... mehr

Unscharfe Begriffe, kernige Thesen. Zu Hamed Abdel-Samads neuem Buch

Hamed Abdel-Samads neues Buch vergleicht Faschismus und Islamismus. Das Ergebnis verrät viel über das problematische Religionsverständnis des Autors. Von Andreas Bechstein Mit seinem neuen Buch „Der islamische Faschismus. Eine Analyse“ (2014) ist Hamed Abdel-Samad zweifellos ein Werk gelungen, das die Debatte um „den“ Islam in Deutschland befeuern wird. Der Beitrag dürfte sich jedoch auf eine weitere Polarisierung beschränken. Die These ist schnell zusammengefasst: Der Islamismus als politische Bewegung habe eindeutig faschistoide Züge. Diese seien nicht erst im Laufe einer historischen Entwicklung in den Islamismus integriert worden, sondern vielmehr essentieller Bestandteil islamischer Theologie. Hat Abdel-Samad Recht, dann wäre nicht nur der Islamismus ... mehr

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Rezension Albrecht Ritschl: Unterricht in der christlichen Religion

Es gibt Bücher, die nehmen in der eigenen Biographie einen besonderen Platz ein. Für mich ist so ein besonderes Buch Albrecht Ritschls „Unterricht in der christlichen Religion“. Es begegnet in der Rückschau an zwei markanten Punkten meiner theologischen Entwicklung: Erstens war es das erste theologische Buch, das ich selbst für mein Studium gekauft habe, Textgrundlage in meinem ersten systematisch-theologisches Proseminar und damit des ersten von mir besuchten theologischen Seminars überhaupt. Und zweitens bin ich mit meinem Examensschwerpunkt im Fach Dogmatik zu genau diesen Anfängen zurückgekehrt, indem ich mich erneut mit Ritschls Christologie beschäftigt habe. Dass sich Ritschls „Unterricht“ also wie ... mehr

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‚Christliche‘ Politik und politische Parteien

Trutz Rendtorffs Auseinandersetzung mit politischen Parteien als Anregung für eine protestantische Ethik des Politischen Georg Kalinna „In Umfragen zeigt sich, daß Wähler mit den Parteien unzufrieden sind, Parteiakzeptanz nachgelassen hat; Großparteien verlieren an Stimmen […]; die Mitgliederzahlen aller Parteien [….] sinken.“1 So resümiert Peter Lösche, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen. Dabei spielen Parteien eine wichtige, ja unersetzliche Rolle in einer parlamentarischen Demokratie wie der Bundesrepublik, indem sie lebenswichtige Funktionen für das politische System erfüllen. Lösches Diagnose geht denn auch nicht dahin, dass die beschriebenen Phänomene der Parteiverdrossenheit krisenhafte Symptome eines versagenden Systems sind: „Ohne Zweifel haben wir ... mehr

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Lebendige Konfessionskulturen III: Veränderungen

Persönliche Erfahrungen mit Katholizismus und Protestantismus   Hallo, ich heiße Antonia Reihing1 und studiere evangelische Religion. Das war aber nicht immer so. Ich bin katholisch getauft und so war es nach meinem Abi für mich, mit meinem Interesse später Religion zu unterrichten, nur selbstverständlich, katholische Religion zu studieren. Mein erstes Studium habe ich dann mit viel Elan in Osnabrück begonnen. Zu dieser Zeit kam für mich nur katholische Religion in Frage. Ohne dass meine Eltern einen großen Einfluss drauf gehabt haben, eher von meiner Großmutter beeinflusst, habe ich den evangelischen Glauben schon als kleines Kind eher als “falsch” betrachtet. Dies ... mehr

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Religion und Atheismus – Zwei Weltdeutungsoptionen im säkularen Zeitalter

Heutzutage erscheint es uns, die wir in einer westlichen säkularen Gesellschaft leben, als ganz selbstverständlich, dass einige Menschen an einen Gott glauben, andere jedoch nicht. Jeder Mensch muss individuell für sich entscheiden, wie er die Welt und sein Leben deutet und ob er dies als Theist oder Atheist tut. In diesem Sinne bezeichnet der kanadische Philosoph und Soziologe Charles Taylor die gegenwärtige Situation als ein säkulares Zeitalter, als dessen zentrales Charakteristikum er feststellt, dass der Glaube an Gott nur noch eine Weltdeutungsoption unter vielen, insbesondere auch der atheistischen, darstellt, während er früher – jedenfalls für die meisten Menschen – eine ... mehr

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Familie. Überlebenstrategie oder individuell erfahrbares Gefühlsgut. - Das Familienbild in der Bibel, dem Recht, dem EKD-Familienpapier

1. Einleitung Seit der Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit“ des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland im Juni 2013, ist eine Diskussion über Werte, Zweck und Erscheinungsformen von Familie entflammt. Doch zunächst stellt sich bei der Diskussion die Frage, was überhaupt Familie ist. Die Grundmeinungen gehen hierbei sehr weit auseinander. In dieser Arbeit soll ein Überblick über die verschiedenen Familienbilder in der Bibel, dem deutschen Gesetz, der Orientierungshilfe gegeben und schließlich der Versuch einer eigenen Definition gemacht werden, um eine Diskussionsgrundlage für dieses wichtige Thema zu schaffen. 2.1 Biblisches Familienbild 2.1.1 Die Familie im Alten Testament Im Alten Testament ... mehr

Newman on faith, reason (and universities)

The Article as pdf-file: Newman on faith, reason (and universities) Author: Luke Steven, Cambridge University, Faculty of Divinity Newman realised that talk of faith, reason, and their relationship had, in his day, become so burdened with popular and strange meanings that the real objects of the discussion were lost from view. The most pervasive and confused tendency, Newman thought, was to drastically intensify our terms into a catchy rhetoric of opposites, where faith means unthinking ‘superstition’ and reason means unforgiving ‘scepticism’,1 a rhetoric that endures today. For Newman this is just about the worst possible model we could have because, while being ... mehr

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Bildung und Emanzipation

  Ein Eröffnungsartikel von Sophia Weidemann Der Mensch hat die Tendenz seine Umwelt und sich zu kategorisieren und später diese wieder aufzubrechen. Anhand dessen soll hier der Versuch getätigt werden, die beiden Begriffe „Bildung“ und „Emanzipation“ zu erfassen sowie der gleichnamigen Rubrik eine erste Richtung zu geben. Bildung Wörter auf „-ung“ bezeichen im Deutschen sowohl einen bestimmten Inhalt, als auch einen Vorgang. Zum Beispiel Verkündigung bezeichnet einerseits den Vorgang des Verkündigens und anderseits das inhaltlich Verkündigte. Auch das Wort Bildung fällt in diese Ambivalenz und bezeichnet einmal den Vorgang des Bildens und einmal das inhaltliche Wissen. Dass das Wort Bildung nicht ... mehr

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Energiewende: Gewissensentscheid oder Verfahrensfrage? Erkundungen im ländlichen Raum

von Niklas Schleicher Spätestens seit der Katastrophe von Fukushima ist der Atomausstieg, der mit Zustimmung beinahe aller Parteien beschlossen wurde, und der damit einhergehende Umstieg auf erneuerbare Energien eines der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Großprojekte. Eigentlich kann die bayrische Landeskirche dies nur begrüßen, ist es doch genau das, was Vertreter und Vertreterinnen der Kirche(n) seit langem fordern. Rekurs wird dabei auf den Topos „Bewahrung der Schöpfung“ genommen und, auch im Hinblick einer Generationengerechtigkeit, ein Verzicht auf Energie aus Atomkraft und fossilen Energien gefordert. Wenn man jedoch genauer hinschaut, stellt das die Kirche wiederum vor eine neue Herausforderung: Die Aufgabe des Mahners, ... mehr

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Lebendige Konfessionskulturen II: Unierter Protestantismus – wie hältst du's mit der Confession?

Tobias Jammerthal Elf deutsche Landeskirchen und damit die Mehrheit der Mitglieder der Evangelischen Kirche in Deutschland, sind unierte, vereinigte Landeskirchen.1 Sie sind seit ihren Anfängen theologischer Kritik ausgesetzt. Insbesondere lutherische Theologen sehen in ihnen eine absonderliche Spätblüte des landesherrlichen Kirchenregiments, bei dem vor allem eines theologisch nicht beachtet wurde: die Frage des Bekenntnisses. Und in der Tat erscheint es auf den ersten Blick seltsam, dass eine vereinigte Kirche zugleich mit Martin Luthers Kleinem Katechismus den Heidelberger Katechismus als Bekenntnisschrift anerkennt.2 Wie also hält es der vereinigte Protestantismus mit dem Bekenntnis? Die Grundthese, die hier zu entfalten ist, lautet: Der vereinigte Protestantismus ... mehr

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Rez. Diarmaid MacCulloch: Reformation

Diarmaid MacCulloch, Reformation. Europe's House Divided. 1490–1700, London 2003 (= Taschenbuchausgabe London 22009) deutsche Ausgabe: Diarmaid MacCulloch, Die Reformation. 1490–1700, aus dem Englischen übersetzt von Helke Voß-Becher, Klaus Binder und Bernd Leineweber, München 2008. Die Vorbereitungen für 2017 zeigen es: Ob EKD-Stellungnahme oder fragendes Gemeindeglied, wir verbinden mit „Reformation“ vor allem Luther. Hammerschläge an der Kirchentür, Mut vor dem Kaiser in Worms, Bibelübersetzung auf der Wartburg … Wie aber verhält sich das zu anderen Ländern Europas? Dachten Elisabeth I. von England oder Calvin wie die Wittenberger? Gab es auch in Ländern eine Reformation, die heute katholisch sind? Inwiefern war die Reformation ... mehr

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Zur Soziologie einer Kulturform

Rezension „Die Kneipe. Zur Soziologie einer Kulturform“, erschienen 1987 in der edition suhrkamp. „Die inkommensurablen Ereignisse verlaufen synchron.“ Dieser Satz wird Max Frisch von Harald Schmidt zugeschrieben oder untergeschoben; ganz egal, sehr richtig. Das Bewusstsein für die Gleichzeitigkeit unvergleichlicher Ereignisse blitzt in Momenten von Übersicht und wacher Klarheit auf. Während Jenny um ihren verstorbenen Bruder heult und schreit und in der ganzen Kneipe von Gast zu Gast rennt, kommt es im Nebenraum mit den Glücksspielautomaten zu einer lange andauernden und lauten Münzausschüttung. Draußen ist es hell von Licht und Schnee. Trotz des unwahrscheinlich großen Gewinns jubelt niemand, am ... mehr

Kirche und Ökumene

Eröffnungsartikel von Florian Detzel (Kirche) und Michael Thiedmann (Ökumene) Während draußen noch Schnee liegt und drinnen der heiße Kaffee duftet, versuchen wir die Rubrik ‚Kirche und Ökumene‘ von den anderen Rubriken des Netzwerkes Theologie in der Kirche abzugrenzen und danach zu fragen, welche Themen und Fragestellungen hier behandelt werden können. Die folgenden Zeilen sind erste Gedanken, Ideen und Wahrnehmungen dessen, was uns hier bewegen wird und welche Spannweite die Thematik entfalten kann. Dabei erheben wir nicht den Anspruch, dass mit diesen Gedanken bereits alles erschöpfend dargestellt ist und jede Facette in den Blick genommen wurde. Vielmehr wird beständig nach ... mehr

Kirche und Homosexualität

Aktuelle Diskussionen um Kirche, Theologie und Homosexualität: Die Gnade Gottes als Diskursobjekt Jonas Leipziger, Jerusalem/Heidelberg1 (In der Downloadsektion findet sich auch eine pdf-Version dieses Texts) Die Art und Weise, wie die öffentlichen Debatten der letzten Woche über Homosexualität und Vielfalt von Lebensformen neben der heterosexuellen Norm geführt werden, legen ein deutliches Zeugnis ab, wenn zum Einen immer noch Mut dazu gehören muss, sich als Fußballprofi zu seiner Homosexualität zu ‚bekennen’ – als ob sich jemand zu einer heterosexuellen Identität ‚bekennen’ müsste – und wenn zum Anderen harmlose Leitprinzipien des baden-württembergischen Kultusministeriums zu kontroversen Debatten, Anfeindungen, Petitionen2 ... mehr

Ist Religion Privatsache?

Überlegungen zu privater und gemeinschaftlicher Religionsausübung von Johannes Graßmann 1. Anlass Im vergangenen Superwahljahr 2013 forderten unterschiedliche Parteien auf ihren Plakaten dazu auf, „Religion [zu] privatisieren“1. Auch die These, dass Religion ihrem Wesen nach ohnehin Privatsache sei und daher keiner staatlichen und institutionellen Regulierung bedürfe, ist nicht neu.2 Die Forderungen nach weitergehender Trennung von Staat und Kirche und nach Anerkennung bzw. Gleichberechtigung aller religiösen Vorstellungen sollen hier nicht diskutiert werden. Das Ziel dieses Aufsatzes sei der Nachweis, dass die Urheber dieser Thesen erstens einen nicht ausreichend definierten und differenzierten Begriff des Privaten verwenden und, dass zweitens Religion niemals reine Privatsache ... mehr

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Lebendige Konfessionskulturen I: Lutherische Identität

Eine konfessionelle Standortbestimmung von Jan-Philipp Behr Einleitung – die Pluralität des Luthertums und die notwendige Aufgabe der lutherischen Identitätsklärung Einmal im Jahr tagt die EKD-Synode, in Verbindung mit ihr tritt ebenfalls die Generalsynode der VELKD zusammen, deren Synodale gleichzeitig Mitglieder der EKD-Synode sind. Nun könnte man meinen, dass sich hier kirchliche Doppelstrukturen finden, doch kommt darin auch zum Ausdruck, dass die EKD ein Kirchenbund verschiedener konfessioneller Kirchen ist, die sich dann wiederum auch selbst steuern. Doch was ist das Spezifische der lutherischen Kirchen, was ist es, das das Luthertum prägt? Denn nur, wenn es so etwas wie eine spezifisch lutherische Prägung ... mehr

Natur - Eine Anfrage

von Niklas Schleicher Eine Aufgabe (theologischer) Ethik ist es auch, Letztbegründungen richtigen Handelns oder Verhaltens zu hinterfragen oder kritisch zu beleuchten. Um ein solches Begründungsmuster soll es im folgenden gehen. Man möge mir nachsehen, dass der Text eher eine Skizze ist, als ein hieb- und stichfester Aufsatz. Umso mehr freue ich mich über Kritik, Widerspruch und weitere Kommentare. Wir erleben seit einigen Jahren eine interessante Neubelebung und Weiterentwicklung einer Vorstellung, nämlich der von „Natur“. Es ist spannend, sich diese Entwicklung einmal genauer anzusehen und sich zunächst verschiedene Phänomene, die diese These untermauern, vor Augen zu führen. 1. Ein diesbezügliches Phänomen ... mehr

Das Schlechteste aus beiden Welten?

oder: Kleine Typologie des Traditionsbezugs Vorbemerkung: Bevor nach Weihnachten die Reihe „Lebendige Konfessionskulturen“ mit einem Fokus auf gelebter Frömmigkeit startet, möchte ich hier noch versuchen, ein wenig Theoriearbeit vorzustellen und damit eine Typologie zu entwerfen, die bestimmte theologische Stile mit Blick auf Art und Verfahren ihres Traditionsbezugs charakterisiert. Folgender Text will durch die Konstruktion zweier überspitzter, gegensätzlicher Idealtypen – „orthodoxe“ (d.h. rechtgläubige) und „liberale“ (d.h. freiheitliche) Theologie – gerade dazu anregen, bei konkreten Beispielen nach dem Mischungsverhältnis orthodoxer und liberaler Elemente zu suchen. Für keine historische oder aktuelle Konzeption oder Persönlichkeit dürfte folglich eine reine Charakterisierung als ausschließlich „orthodox“ oder „liberal“ plausibel sein.1 ... mehr

Skurriles und Witziges

Ein Eröffnungsartikel von Julian Scharpf Die populärste literarische Referenz der jüngeren Zeit zum Verhältnis von Theologie und Humor findet sich in Der Name der Rose von Umberto Eco. Dieser historische Kriminalroman ist Vorbild für moderne Klassiker des Genres wie Die Wanderhure, Das Vermächtnis der Wanderhure oder Die Tochter der Wanderhure. In Ecos Krimi klären Sean Connery und sein junger Gehilfe eine Mordserie unter Mönchen auf. Die analytisch- rationale Arbeitsweise der beiden mittelalterlichen Detektive wird später Vorbild sein für das Ermittler Duo Sherlock Holmes und Dr. Watson, welche wiederum Charles S. Pierce zu seiner epistemologischen Schlussfolgerungsweise der Abduktion inspiriert haben. In Der ... mehr

Religion und Gesellschaft

Ein Eröffnungsartikel von Claudia Kühner-Graßmann Religion ist in der Gesellschaft und in der Gesellschaft ist Religion. So einfach und plausibel dieser Satz ist, so vielfältig und komplex sind die Möglichkeiten, jenes Verhältnis zu bestimmen. Schon die Grundfrage „Was ist Religion?“ wird kontrovers diskutiert. Abhängig ist die Beantwortung dabei immer auch vom gesellschaftlichen Kontext, von den Religionen einer Gesellschaft oder von der jeweiligen Religiosität der Theologisierenden selbst. Als evangelische Theologinnen und Theologen sollten wir uns daher auch fragen, ob es ein spezielles „protestantisches“ Profil von Beteiligung an der Gesellschaft und eine protestantische Vorstellung von der Gesellschaft gibt. Also: Wie die Gesellschaft in ... mehr

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Ethik und Politik

Wer Politik und Moral auseinander halten will, versteht von beidem nichts. Jean-Jacques Rousseau Wenn sich ein Feld der Beschäftigung des Netzwerkes für Theologie in der Kirche „Ethik und Politik“ widmet, ist ein gewisser Zuschnitt und eine gewisse Abgrenzung bereits vorformuliert. „Ethik und Politik“ stellt in diesem Sinne keine weitere Plattform dar, in der sich Meinungen über klassische politische Debatten im Stile von SPON oder faz.net finden. Es soll hier nicht allein Berthold Kohler, Jan Fleischhauer und Heribert Prantl die Stirn geboten werden, auch wenn dies sicherlich eine wichtige Aufgabe wäre. Vielmehr sollen die Begriffe Ethik und Politik und das ... mehr

Klassiker und Rezensionen

Theologisches Studium will als (unmittelbare oder literarische) Begegnung und sinnvolles Zusammensein von Schülern mit ihren Lehrern verstanden sein. (Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie, Gütersloh 21977, 153)   Diese Seite ist nicht die Theologische Literaturzeitung. Sie hat nicht zum Ziel, möglichst umfassend über Neuerscheinungen in Theologie und Religionswissenschaft zu informieren. Und sie ist überhaupt nicht das Organ einer theologischen oder kirchlichen Strömung. Was ist sie dann? Sie versteht sich als ein Raum. Ein Raum, in dem eine literarische Begegnung von Schülern mit ihren Lehrern erfolgen kann. Dabei ist von Schülerschaft in dem Moment zu sprechen, in dem sich ein Mensch auf die ... mehr

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Bibel und Bekenntnis

„… also daß in alle Wege ein Unterscheid soll und muß gehalten werden zwischen unnötigem und unnützem Gezänk, damit, weil es mehr verstöret denn bauet, die Kirche billich nicht soll vorwirret werden, und zwischen nötigem Streit …“ (BSLK 839) Ein Eröffnungsartikel von Tobias Graßmann Diese Rubrik ist überschrieben mit „Bibel und Bekenntnis“ und soll sich reformatorischem Selbstverständnis und protestantischem Profil widmen, insbesondere als konfessionell bestimmte Identität. Identität soll dabei zumindest vorläufig nicht rein individuell, sondern als Selbstverständnis im Horizont einer Gruppe verstanden werden, die einen gemeinsamen Bezug auf Tradition und geteilte Geschichte pflegt. Inwiefern beschreibt nun die Formel „Bibel und Bekenntnis“ protestantische ... mehr

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